Am 16. Jänner 2018 hat die Europäische Kommission die lang erwartete europäische Strategie für Kunststoffe veröffentlicht, die einen maßgeblichen Teil der europäischen Kreislaufwirtschaft darstellt. 

Die geplanten Maßnahmen sollen die Umwelt schützen und gleichzeitig die Grundlagen für eine neue Kunststoffwirtschaft schaffen. Durch Änderungen im Produktdesign und in der Herstellung werden Wiederverwendung, Reparatur und Recycling erleichtert und nachhaltigere Materialien entwickelt. 

 

Laut Kommission werden europaweit nur rund 30 Prozent der Kunststoffabfälle für Recycling gesammelt und Rezyklate finden derzeit noch viel zu wenig Eingang in Produkte. Das Recycling muss sich also für alle lohnen, damit bis 2030 alle Kunststoffverpackungen wiederverwendbar oder kosteneffizient recycelt werden können und mehr als die Hälfte aller Kunststoffabfälle tatsächlich auch recycelt werden. Eine Herausforderung wird die technische Machbarkeit und Abgestimmtheit der Ziele sein. Mehr Rezyklate am Markt müssen schließlich mit einem größeren Rezyklatanteil in Produkten einhergehen. Dies soll unter anderem durch neue Vorschriften für Verpackungen erreicht werden – verpflichtende Quoten werden jedoch ablehnend bewertet.  

Bei allen angedachten Handlungsoptionen ist eine Analyse der ökologischen und sozioökonomischen Konsequenzen von Alternativen immens wichtig. Nur so ist sichergestellt, dass sowohl Umwelt als auch Gesellschaft tatsächlich profitieren - sei es beim Umstieg auf andere Rohstoffquellen, beim Rezyklieren statt Verbrennen oder beim Verbot von Einwegkunststoffen. Zusätzliche 100 Mio. Euro möchte die Kommission zur Finanzierung der Entwicklung recyclingfähigerer Kunststoffe, effizienterer Recyclingverfahren und zur Beseitigung gefährlicher Stoffe und Kontaminanten aus recycelten Kunststoffen bereitstellen.   

Kritisch ist, dass das System der erweiterten Herstellerverantwortung als Lösung gesehen wird, insbesondere da Österreich bereits jetzt mit der Entsorgung und Verwertung von Verpackungen eine Vorreiterrolle besitzt. Weiters ist es fraglich, inwieweit in der Praxis Hersteller von Waren und Produkten, die außerhalb der EU niedergelassen sind, in die Herstellerverantwortung miteinbezogen werden können. Gelingt dies nicht, so entstehen für die innergemeinschaftlichen Hersteller jedenfalls Wettbewerbsnachteile. 

Um den Übergang zu einer kreislauforientierten Wirtschaft voranzutreiben, wurde von der Kommission ein Überwachungsrahmen für die Kreislaufwirtschaft erarbeitet. Kerninhalt sind 10 Indikatoren, die die Kreislauforientiertheit beschreiben und den Fortschritt bewerten helfen sollen. 

 

Wir haben Statements im Rahmen einer Presseaussendung veröffentlicht.