Interessantes aus der Welt des Kunststoffs

Kongress des Verbandes der Kunststoffhalbzeughersteller und Halbzeughändler

03.07.2019 - Der diesjährige Kongress des Verbandes der Kunststoffhalbzeughersteller und Halbzeughändler  EPDA fand vom 13.6 bis 15.6 in Salzburg statt. Über 130 Fachleute aus ganz Europa und Gäste des US-amerikanischen Schwesterverbandes IAPD informierten sich über das Schwerpunktthema des Kongresses: Recycling und Wiederaufbereitung von technischen thermoplastischen Kunststoffen, die zu Fertigteilen zerspant werden, zu Displays zugeschnitten und verklebt werden oder tiefgezogen werden.

Für das Publikum war es interessant zu erfahren, wie aus „Abfall“ wieder Wertstoff wird, was der Hersteller und/oder Händler beachten muss und was der Wiederverwerter benötigt um Qualitätsrezyklat zu machen.

Der Fachverband präsentierte unter dem Titel „RETHINKING PLASTICS: The Austrian Way to reach the Circular Economy Goals” die Aktivitäten der österreichischen Kunststoffindustrie im Bereich Kreislaufwirtschaft, insbesondere den Pakt „Zero Pellet Loss“ und das aktuelle Maßnahmenpaket. In Reaktion auf die herausfordernden nationalen und EU-weiten Initiativen haben der Verband der Kunststoffindustrie und seine Mitglieder im März 2019 ein 10-Punkte-Maßnahmenpaket mit dem Titel "RETHINKING PLASTICS - making Austria a model region for sustainable plastics cycles" entwickelt, das den Weg zur Erreichung dieser Ziele weist. Die Maßnahmen sind eine Mischung aus Eigeninitiative und Anforderungen an den Gesetzgeber. Die Kunststoffindustrie bekennt sich zur Nachhaltigkeit, wie sie bereits in der Vergangenheit durch Selbstverpflichtungen erfolgreich unter Beweis gestellt hat. Die Branche braucht jedoch die richtigen und vor allem berechenbare Rahmenbedingungen. Näheres zum Maßnahmenpaket finden sie hier.

 

Über EPDA

Die European Plastics Distributors Association ist eine Mitgliedsorganisation, die sich der Förderung des Vertriebs als bevorzugter Marktzugang für Kunststoffhalbzeuge verschrieben hat. Die 1973 gegründeten EPDA-Mitglieder sind die Eigentümer, CEOs, Direktoren und leitenden Angestellten der führenden europäischen Hersteller und Vertreiber von Kunststoffplatten, Blöcken, Stangen, Profilen, Rohren, Rohren, Ventilen und Armaturen.

EPDA bringt diese führenden Unternehmen zusammen, um die Rolle des Distributors bei der Lieferung von Halbfabrikaten, Lagerformen, Folien, PVF und verwandten Produkten für den Einsatz in Industrie, Baugewerbe, Schildern und Grafiken zu entwickeln. Der Verband ist bestrebt, sich entwickelnde Märkte und Produkte widerzuspiegeln, die von Technologie, Innovation und Kundennachfrage geprägt sind.

Dr. Susanne Gfatter betreut die Kunststoffindustrie im FCIO

Dr. Susanne Gfatter betreut die Kunststoffindustrie im FCIO

 

Save the Date: „RETHINKING PLASTICS - 10 Rezepte für nachhaltigen Kunststoff“

25.06.2019 - Halten Sie sich Dienstag, den 10. September 2019, von 14:00 – 17:30 frei, um bei unserer Veranstaltung „RETHINKING PLASTICS - 10 Rezepte für nachhaltigen Kunststoff“ in der WKÖ dabei zu sein.  

Kunststoff ist auf Grund seiner herausragenden Materialeigenschaften in vielen Lebensbereichen die beste technische und ökologische Alternative. Gleichzeitig stellen die unsachgemäße Verwendung und Entsorgung von Kunststoffen auf Grund deren Langlebigkeit eine umweltpolitische Herausforderung dar, für die es weltweit dringend Lösungen braucht. Die Kunststoffbranche setzt auf Nachhaltigkeit, wie sie bereits mehrfach erfolgreich durch freiwillige Selbstverpflichtungen bewiesen hat. Um ihre internationale Vorreiterrolle im Bereich der umweltschonenden Erzeugung auch künftig erhalten zu können, braucht die Branche die richtigen und vor allem planbare Rahmenbedingungen. Die Kunststoffindustrie hat daher ein 10-Punkte Maßnahmenpaket „RETHINKING PLASTICS – so wird Österreich zur Vorzeigeregion für nachhaltige Kunststoffkreisläufe“ geschnürt, mit dem es gelingen wird, Kunststoffkreisläufe schrittweise zu schließen:

  1. Förderung von Recycling-Kreisläufen
  2. Gespräche mit Handel und betroffenen Industrieverbänden zur Prüfung von Einweg-Pfandsystemen für Getränkeverpackungen
  3. Steigerung des Anteils von Kunststoff-Mehrweg-Produkten
  4. Ausbau des chemischen Recyclings für Ströme, bei denen stoffliches Recycling nicht möglich ist
  5. Faktenbasierte Politik durch verpflichtende Verwendung von Ökobilanzen
  6. Optimierung von rechtlichen Rahmenbedingungen
  7. Ausbau der Technologieführerschaft Österreichs
  8. Engagement auf globaler Ebene
  9. Sensibilisierung der Konsumenten
  10. Vernetzung und Zusammenarbeit aller Stakeholder

 

Der Fachverband lädt zur Präsentation der Maßnahmen und zur Diskussion ein. Mehrere Vorträge spannen den Bogen vom stofflichen Recycler, weiter zum chemischen Recycling und zu Mehrweglösungen. Wir wollen hinterfragen, welche Maßnahmen dabei eine positive Ökobilanz aufweisen. Experten werden mit Best Practices aufzeigen, welche Lösungen es schon gibt und wo noch ungelöste Herausforderungen bestehen. In einer Podiumsdiskussion sollen offene Fragen mit Politik und Medien angesprochen werden.

Bitte notieren Sie sich diesen Termin bereits jetzt in Ihrem Kalender. Details zum Programm sowie zur Anmeldung folgen in Kürze.

Plastiksackerlverbot - Symbolische Scheinlösung statt nachhaltiger Umweltpolitik

12.06.2019 - Umfassende Kreislaufwirtschaftsstrategien mit Recycling und Mehrweg zielführender

Noch vor wenigen Tagen waren sich die Parteien im österreichischen Parlament einig, keine populistischen Gesetzesvorhaben vor der nächsten Nationalratswahl einzubringen. Mit dem heutigen Initiativantrag zum sogenannten „Plastiksackerlverbot“ wurde dieses hehre Ziel nun über Bord geworfen und der Wahlkampf endgültig eingeläutet. Diese Gesetzesvorlage greift nach Ansicht der österreichischen Kunststoffindustrie viel zu kurz und bietet keine nachhaltigen Lösungen für das eigentliche Problem an. „Mit einem vorschnellen Verbot von Plastiksackerln ist für die Umwelt nichts gewonnen. Denn diese haben einen geringeren Klimafußabdruck als Einwegtragtaschen mit alternativen Materialien. Zudem ist Österreich mit einer vom Nachhaltigkeitsministerium bestätigten 100%-igen Verwertungsquote von Kunststoffabfällen bereits Musterschüler in Europa“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs den heutigen Initiativantrag.

Kunststoffe sind aus ökologischer Sicht schwer zu ersetzen

Zahlreiche Studien zeigen zudem, dass Kunststoff anderen Materialen bei der Produktion von Tragtaschen weit überlegen ist. Sowohl was die Eigenschaften wie Reißfestigkeit betrifft, als auch den geringeren Ressourcenverbrauch bei der Herstellung. „Auf das „Plastiksackerl“ zu verzichten dient maximal der Gewissensberuhigung, der Umwelt schadet es mehr als es nützt“, so Hofinger kritisch.

Recycling und Mehrwegalternativen zielführender

Selbstverständlich ist sich die Kunststoffindustrie der Problematik von Plastik in der Umwelt bewusst und trägt seit Jahren mit einem Paket an Maßnahmen und Initiativen dazu bei, die Umweltauswirkungen von Kunststoff zu minimieren. Dazu braucht es einen ganzheitlichen Ansatz zur Nachhaltigkeit von Kunststoffen, mit dem die Ziele der Kreislaufwirtschaft umgesetzt werden können. Dazu müssen neue Recyclingtechnologien, Forschungsschwerpunkte, Sammlungs- und Sortierungsstrukturen gemeinsam von allen Stakeholdern mitgedacht und umgesetzt werden. „Recycling und Mehrweg im Sinne einer umfassenden Kreislaufwirtschaftsstrategie mögen zwar aufwändiger in der Umsetzung sein, sie sind aber auf jeden Fall zielführender als Symbolpolitik“, ist Sylvia Hofinger überzeugt.

Mit 10-Punkte-Paket zum Vorreiter für Kunststoffrecycling

Um ökologisch sinnvolle Antworten auf die drängenden Fragen der Müllvermeidung zu entwickeln, hat die Kunststoffindustrie ein umfassendes 10-Punkte-Maßnahmenpaket ausgearbeitet. Dieses beinhaltet sämtliche Aspekte für einen nachhaltigen Umgang mit dem „Wertstoff“ Kunststoff. Damit kann es gelingen, Ressourcen zu schonen und Österreich zum internationalen Vorreiter im Bereich der Kreislaufwirtschaft zu machen. "Der Fokus muss zuallererst auf der Förderung von Recycling-Kreisläufen liegen. Wir müssen die Rezyklierbarkeit des Werkstoffes ausnützen und ihn so oft wie möglich im Kreislauf führen," so Sylvia Hofinger.

Bis zu 95%ige Rückführungsquoten ins Recycling möglich

Bei einer erfolgreichen Umsetzung des 10-Punkte-Maßnahmenpakets der Kunststoffindustrie können beträchtliche Ressourcen eingespart und Abfall vermieden werden. Es können damit bis 2025 über 95% Prozent der PET-Flaschen ins Recycling rückgeführt werden, bei anderen Kunststoffarten sollen bis 2040 ebenfalls über 95%-ige Rückführungsquoten ins Recycling realisiert werden. Ob diese ökologisch ambitionierten Ziele umgesetzt werden können, liegt in der Verantwortung der künftigen Bundesregierung. Sie wird entscheiden müssen, ob sie auf populistische Gesetzesvorhaben setzt, oder mit allen beteiligten Gruppen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam eine tragfähige Lösung erarbeiten möchte. Denn, Voraussetzung für eine gute Lösung ist ein Schulterschluss aller Stakeholder von Unternehmen, Politik, Verwaltung, Forschung, Gemeinden, Bürgern und NGOs.

Österreichische Kunststofffenster im Kreislauf: 89 Prozent der Altfenster werden recycelt

06.06.2019 - Das Recycling spart jährlich 6.000 Tonnen CO2 ein.

Nach einer durchschnittlichen Einsatzdauer von 42,5 Jahren werden Kunststofffenster durch neue, energiesparendere Fenster ersetzt. Die dabei anfallenden Altfenster können und werden nahezu ausschließlich recycliert. Eine Studie liefert erstmals konkrete Zahlen zum Fenster-Recycling in Österreich.

Im Auftrag des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs, Arbeitskreis Kunststofffenster (ÖAKF), hat BRANCHENRADAR eine Analyse des Entsorgungsprozesses von Kunststofffenstern in Österreich durchgeführt. Die Erhebungen wurden an allen relevanten Stellen der Lieferkette – das sind Abriss- sowie Montageunternehmen, Entsorger, Recyclingfirmen und Fenstererzeuger – durchgeführt.

Pro Jahr fallen in Österreich durchschnittlich 520.000 Stück ausgediente Kunststofffenster an. Der überwiegende Teil – 492.000 Fenstereinheiten – wird bei Sanierungen ausgetauscht, der Rest stammt aus Abrissgebäuden. Ein Altfenster besteht üblicherweise aus je einem Drittel Kunststoff, Metall und Glas, wovon alle Materialien einem Recycling zugeführt werden können. Das Gesamtgewicht aller verwerteten Fenster ohne Glas inklusive Stahlverstärkung, Beschläge und Dichtung beträgt rund 8.400 Tonnen. 

Hochtechnologischer Recyclingprozess

War das Kunststofffenster-Recycling vor 15 Jahren noch umständlich und daher nahezu unrentabel, ist es heute ein wachsender Wirtschaftszweig ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft. In dem hochtechnologischen Kunststoff-Recyclingprozess sammeln zunächst spezialisierte Entsorgungsbetriebe die Fenster und liefern sie an einen von derzeit zwei österreichischen Fensterrecycling-Betrieben. Dort findet zunächst eine mechanische Zerkleinerung und die Trennung von Kunststoff und Metall mit verschiedenen Techniken wie Magnetabscheider, Siebe, Gebläse, sowie durch elektrische Felder statt. Im Anschluss wird der verbleibende, reine Kunststoff aufgeschmolzen und regranuliert. 

Über 89 Prozent der Fenster werden recycelt

Im Jahresdurchschnitt werden auf diese Weise knapp 3.200 Tonnen Kunststoff-Rezyklat aus ausgedienten Fensterprofilen gewonnen. Mittels Co-Extrusion werden daraus neue Profile erzeugt, die im Kern aus Rezyklat bestehen und an den Außenflächen mit rein weißer Neuware ummantelt sind.

Der Recycling-Kreislauf von Kunststofffenstern spart damit jährlich etwa 6.000 Tonnen CO2-Äquivalent ein. Neben geringen Mengen, die im Bauschutt landen bzw. thermisch verwertet werden, wird Recherchen zufolge, ein großer Teil der verbleibenden 11 Prozent im Ausland wiederverwendet, da viele der Altfenster aus Blocksanierungen noch funktions­tüchtig sind.

Die hohe Verwertungsrate von 89 % aller Altfenster ist ein Ergebnis des Engagements der gesamten Branche: des ÖAKF mit seinen Mitgliedern und Partnerfirmen, der Entsorgungsbetriebe sowie der österreichischen Recyclingbetriebe. Eine grafische Darstellung der Studienergebnisse finden Sie unter diesem Link

Über den ÖAKF

Der Österreichische Arbeitskreis Kunststofffenster (ÖAKF) ist ein freiwilliger Zusammenschluss der bedeutendsten Fensterprofil-Hersteller am heimischen Markt. Formal eingegliedert ist der Arbeitskreis im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). In Österreich werden pro Jahr etwa 2,2 Millionen Fenster verkauft, mehr als 60 % davon sind Kunststofffenster, an die 30 Millionen sind derzeit in Verwendung.

Der ÖAKF ist bemüht, die seit Jahren geführten Diskussionen um Kunststofffenster und deren Umweltverträglichkeit zu versachlichen und faire Bedingungen bei Vergaben der öffentlichen Hand und bei Förderungen, insbesondere der Wohnbauförderung, herzustellen. 

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Arbeitskreis Kunststofffenster
im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Dr. Susanne Gfatter
05 90900 3369
www.fenster.at | gfatter@fcio.at

PVC-Recycling Rekord in Europa

22.05.2019 - Recycling-Rekord in Europa: Fast 740.000 Tonnen PVC wiederverwertet – Steigerung um 15,6 %

VinylPlus®, die freiwillige Selbstverpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung der europäischen PVC-Industrie, hat im Jahr 2018 739.525 Tonnen PVC recycelt – das ist eine Steigerung von 15,6 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Ergebnisse wurden am VinylPlus-Nachhaltigkeitsforums in Prag vorgestellt. Das diesjährige Thema der Veranstaltung vom 9. und 10. Mai "Accelerating Innovation“ untersucht die Herausforderungen und Chancen, die neue Technologien für die Gestaltung der Zukunft der PVC-Branche im Kontext der Kreislaufwirtschaft bieten.

An dem Forum nahmen mehr als 170 Teilnehmer aus 32 Ländern teil, darunter Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des tschechischen Umweltministeriums, der Vereinten Nationen, von Nicht-Regierungsorganisationen, Hochschulen, Fachleute, Designer, Recycler und die PVC-Wertschöpfungskette. Präsentationen und Podiumsdiskussionen fokussierten die drei Säulen der Nachhaltigkeit - Wirtschaft, Soziales und Umwelt – und die Auswirkungen von Innovationen auf die PVC-Industrie und ihren Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung.  

VinylPlus-Geschäftsführerin Brigitte Dero gab bekannt, dass die PVC-Industrie den Rekord von fast 740.000 Tonnen erreicht hat - 92,4 % des Ziels von VinylPlus für 2020. Recovinyl trägt nach wie vor den Hauptteil zur Registrierung von 734.568 Tonnen recyceltem PVC bei. Kumuliert wurden seit 2000 fast 5 Millionen Tonnen PVC recycelt. "VinylPlus ist weiterhin ein Vorreiter für die Kreislaufwirtschaft", kommentierte Brigitte Dero. "Mit unserer freiwilligen Selbstverpflichtung machen wir kontinuierliche Fortschritte in Richtung konkreter Nachhaltigkeitsziele.“  

Die Begrüßung der Teilnehmer erfolgte durch den Vorsitzenden von VinylPlus, Stefan Sommer: "Der Grund für den Erfolg von VinylPlus ist das Engagement der gesamten Wertschöpfungskette, bei dem Polymer- und Additivhersteller sowie PVC-Verarbeiter zusammenarbeiten. Um weitere Erfolge zu erzielen, wollen wir die Zusammenarbeit mit unseren Partnern intensivieren und müssen möglicherweise neue identifizieren." Er betonte, dass "ein ausgewogener und harmonisierter Rechtsrahmen für das Recycling von Kunststoffen wesentlich ist, um den Beitrag der Wirtschaft zur Kreislaufwirtschaft zu sichern und das neue Recyclingziel von jährlich mindestens 900.000 Tonnen bis 2025 zu erreichen." Dies würde im Einklang mit dem Ziel der Europäischen Kommission stehen, 10 Millionen Tonnen für die Kunststoffindustrie bereitzustellen, was das kontinuierliche Engagement von VinylPlus bei Regulierungsbehörden und Institutionen unterstreicht. 

Im Rahmen einer Preisverleihung wurden neben 3 weiteren Profilherstellern Internorm mit dem VinylPlus® Product Label ausgezeichnet. Somit tragen nun acht Profilhersteller das Produktlabel für insgesamt 43 Profilsysteme, die an 13 europäischen Standorten in 11 Ländern hergestellt werden. Basierend auf Nachhaltigkeitskriterien, einschließlich verantwortungsbewusster Beschaffung und verantwortungsbewusstem Einsatz von Additiven, steht das VinylPlus®-Produktlabel allen Bauprodukten aus PVC offen. 

VinylPlus ist das freiwillige Selbstverpflichtung-Programm der europäischen PVC-Industrie, das einen langfristigen Rahmen für die nachhaltige Entwicklung der PVC-Industrie schafft.

Weitere Informationen zu den Erfolgen von VinylPlus im Jahr 2018 entnehmen Sie dem Fortschrittsbericht 2019

2018 - ein erfolgreiches Jahr für die Kunststoffindustrie

08.05.2019 - Die österreichische kunststoffverarbeitende Industrie konnte im Jahr 2018 ihren Umsatz um 4,4 Prozent ausweiten.

Ebenso stieg der Produktionswert der kunststoffherstellenden Industrie gegenüber 2017 um 8,6 Prozent. Damit konnte das bereits 2017 eingesetzte Wachstum nochmals gesteigert werden. Die Entwicklung ging konform mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Branche erlebte damit einen erfreulichen Aufwind.

Den Produktionswert kurbelten vor allem technische Artikel an, die um 5,8 Prozent zulegen konnten. Bauprodukte blieben mit 0,7 Prozent stabil, Verpackungen entwickelten sich schwächer, zeigten jedoch nach der Abnahme im ersten Quartal noch einen Zuwachs von 1,9 Prozent.

Die Steigerungen bei den Ausfuhren von Kunststoffwaren lagen mit 4,7 Prozent etwa gleich wie jene der Produktion. Die Exporte stiegen auf 4,5 Mrd. Euro. Dem standen Einfuhren in Höhe von 4 Mrd. gegenüber. Die österreichische Kunststoffverarbeitung erwirtschaftete damit einen Handelsüberschuss von rund einer halben Milliarde Euro. Für Primärwaren sind Deutschland, Italien und Polen, die allesamt in 2018 deutlich zulegen konnten, die stärksten Handelspartner.

Der Mitarbeiterstand konnte auf rund 26.800 Beschäftigte leicht ausgeweitet werden.

Größter Chemielehrerkongress Europas

29.04.2019 - Unter dem Motto „Alles Chemie“ fand vom 24.4. bis 27.4.2019 mit 680 Teilnehmern der größte Chemielehrerkongress in Wien an der Technischen Universität statt. 

Mit 680 Teilnehmer/innen aus ganz Europa aber auch aus Indonesien und Neuseeland wurde er zur größten Fortbildungsveranstaltung für Chemielehrer/innen in ganz Europa.

In 7 Plenarvorträgen zu aktuellen Themen wie "Hat der Verbrennungsmotor eine Zukunft", "Stammzellen, die neue Wunderwaffe der Medizin: Hype und Realität" sowie "Kunststoffe: Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft" bekamen die Chemielehrer/innen Informationen für einen innovativen Chemieunterricht.

32 Plenar- und Diskussionsvortrage sowie 19 Workshops beinhalteten viele Anregungen für neue Methoden und neue Experimente für einen nachhaltigen und abwechslungsreichen Chemieunterricht.

Als besonderen Höhepunkt hielt Prof. Feringa, Nobelpreisträger für Chemie 2016, den Eröffnungsvortrag. Der Abschluss der Veranstaltung blieb Prof. Maulide, Wissenschaftler des Jahres 2018, vorbehalten. 

Der Fachverband der Chemischen Industrie unterstützt seit Jahren diese Lehrerfortbildung aus gutem Grund: Wer guten naturwissenschaftlichen Unterricht in der Schule hatte, der kann bei Themen, die die Welt bewegen, mitreden: Klimawandel, Plastikabfall, erneuerbare Energien, Bekämpfung von Krankheiten, Ernährungssicherheit u.v.m. Denn um die Zusammenhänge von Themen, die einem heutzutage in den Medien, allen voran das Internet, geboten werden, zu durchschauen, bedarf es umfangreicher naturwissenschaftlicher Bildung. Mit dieser ist es einem auch leichter möglich, Fehlinformationen zu erkennen oder zumindest den Wahrheitsgehalt einer Botschaft zu hinterfragen. Und Chemie ist ein wichtiger Grundpfeiler einer naturwissenschaftlichen Bildung.

Auf der anderen Seite braucht die Menschheit Naturwissenschaftler, um die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Sicherung der Energieversorgung oder der Ernährung der Weltbevölkerung, Bekämpfung von Krankheiten oder die Erschließung neuer Rohstoffe zu ermöglichen. Gerade die Chemie kann in all diesen Bereichen anknüpfen und bietet damit eine Chance auf eine noch lebenswertere Zukunft. Um genug Nachwuchsforscher für die Lösung aller Probleme zur Verfügung zu haben, muss in der Schule bereits ein Grundstein gelegt, die Begeisterung geweckt und das Talent gefördert werden.

Der Chemielehrerkongress ist eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrer, mit der sowohl die naturwissenschaftliche Grundausbildung gestärkt, als auch die Förderung von Talenten ermöglicht werden soll.

Ist ein Verbot von Plastiksackerln sinnvoll?

08.04.2019 - Dieser Frage ging vergangene Woche die neue Sendung Factum auf ServusTV nach.

Dabei wurden die ökologischen Vor- und Nachteile von verschiedenen Verpackungsmaterialien beleuchtet. Das Ergebnis hat bestimmt einige Zuseher überrascht.

Kunststoff-Fachtagung: Kreislaufwirtschaft - im Spannungsfeld zwichen mechanischem und chemischen Recycling

01.04.2019 -Diese Fachtagung des Kunststoff-Clusters, die der Fachverband unterstützt, zeigt auf, wie Kunststoffbranche und Abfallwirtschaft dazu beitragen, Herausforderungen am Weg zu einer etablierten Kreislaufwirtschaft zu meistern.

Eine nachhaltige Kooperation der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette ist der Schlüssel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.  Verpflichtende Recyclingquoten, Verbote von Einwegprodukten und mediale Berichte über „Plastik“-Littering heizen die Diskussion über den Wertstoff Kunststoff weiter an. Neben der Sortierung von Kunststoffabfällen steht das mechanische und chemische (rohstoffliche) Recycling im Fokus der Tagung. Recyclingmaschinenhersteller aus Österreich sowie führende Unternehmen im Bereich der rohstofflichen Verwertung von Kunststoffen werden zeigen, wie die Circular Economy Realität werden kann.
 
Zielgruppe: Die Fachtagung richtet sich an Mitglieder der technischen Geschäftsleitung, LeiterInnen und MitarbeiterInnen der Abteilungen F&E, Technologie, Produktion und QM von Rohstoffherstellern und -händlern, kunststoffverarbeitenden Unternehmen, von Unternehmen der Abfallwirtschaft als auch des Maschinenbausektors. Weiters möchten wir mit dem Programm gezielt auch ProfessorInnen und wissenschaftliche MitarbeiterInnen sowie alle, die eine nachhaltige Zukunft von Kunststoff mitgestalten wollen, ansprechen.
 
Tagungszeit und -ort:
20. Mai 2019, 10.00-18.00 Uhr, ab 09.30 Uhr Registrierung
Johannes Kepler Universität, Uni Center Raum 6, Altenbergerstraße 69, 4040 Linz

Tagungspauschale: 
EUR 180,- ermäßigter Preis für FCIO-Mitglieder
EUR 360,- Normalpreis

Anmeldung unter:
http://www.kunststoff-cluster.at/veranstaltungen/Kreislaufwirtschaft2019/  
Anmeldefrist: 13. Mai 2019

Wir weisen darauf hin, dass bei der Anmeldung „Mitglied Fachverband FCIO“ zu nennen ist, um die Vergünstigung in Anspruch zu nehmen.

18. März ist Global Recycling Day!

Ressourcenschonung durch Kunststoffrecycling. Die Kunststoffindustrie hat ein Paket mit 10 Maßnahmen ausgearbeitet, wie man noch mehr Kunststoff recyceln und den Werkstoff nachhaltig einsetzen kann.

18.03.2019 - Kunststoffe sind aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften im täglichen Leben unverzichtbar geworden und wegen ihrer Leichtigkeit und ihrer vergleichsweise ressourcenschonenden Produktion ein Schlüsselmaterial für den Klimaschutz. Gleichzeitig stellen die unsachgemäße Entsorgung von Kunststoffen und die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere eine umweltpolitische Herausforderung dar, für die es dringend Lösungen bedarf. Hier sind wirkungsvolle Maßnahmen notwendig, die weitreichender und zielführender sind als das Verbot von Wattestäbchen und Plastiksackerln. Aus diesem Grund hat die Kunststoffindustrie ein umfassendes 10-Punkte-Maßnahmenpaket ausgearbeitet, das sämtliche Aspekte für einen nachhaltigen Umgang mit dem „Wertstoff“ Kunststoff beinhaltet und mit dem es gelingen kann, Österreich zum internationalen Vorreiter im Bereich der Kreislaufwirtschaft zu machen. "Der Fokus muss zuallererst auf der Förderung von Recycling-Kreisläufen liegen. Wir müssen die Rezyklierbarkeit des Werkstoffes ausnützen und ihn so oft wie möglich im Kreislauf führen," so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie.

Da Recycling von Kunststoffen nicht mit der Sammlung, sondern zuerst mit dem Design von Produkten beginnt, ist bereits am Beginn der Kette anzusetzen. Die Unternehmen der Branche arbeiten schon intensiv an einer Steigerung der Rezyklierbarkeit ihrer Produkte, etwa durch den verstärkten Einsatz von Monomaterialien oder auch bei der Farbgebung, wo zunehmend hellere, transparente Farben verwendet werden.

Um hochwertiges Rezyklat zu erhalten, muss der Kunststoff sortenrein gesammelt werden. Dazu ist jedenfalls ein Ausbau der bestehenden Sammel- und Sortiersysteme notwendig.

Die Kunststoffindustrie will in diesem Zusammenhang Gespräche mit Handel und anderen Industrieverbänden zur Prüfung von Pfandsystemen für Getränkeverpackungen führen. Wir Österreicher sind in Europa Musterschüler beim Mülltrennen und -verwerten. Um die von der EU vorgegebenen ambitionierten Recyclingziele im Bereich Kunststoff zu erreichen, müssen wir gemeinsam über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Systems diskutieren. So muss Österreich seine derzeitige Kunststoffrecyclingrate bis 2025 um fast 50 % erhöhen, um die von der EU geforderte Quote zu erreichen. Auch für die 2029 geforderte Sammelquote für Kunststoffflaschen von 90 Prozent müssen branchenübergreifend Lösungen angedacht werden.

Bei einer erfolgreichen Umsetzung des 10-Punkte-Maßnahmenpakets der Kunststoffindustrie (Details dazu finden Sie hier) können beträchtliche Ressourcen eingespart und Abfall vermieden werden. Es können damit bis 2025 über 95 % Prozent der PET-Flaschen ins Recycling rückgeführt werden, bei anderen Kunststoffarten sollen bis 2040 ebenfalls über 95 %-ige Rückführungsquoten ins Recycling realisiert werden. Voraussetzung ist hierfür ein Schulterschluss aller Stakeholder von Unternehmen, über Politik, Verwaltung, Forschung, Gemeinden bis zu NGOs.

Kunststoffindustrie: Mit 10-Punkte-Paket zum Vorreiter für Kunststoffrecycling

06.03.2019 - Maßnahmenmix zur Schließung des Plastikkreislaufs für Ressourcenschonung und Klimaschutz

Kunststoffe sind aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften im täglichen Leben unverzichtbar geworden und wegen ihrer Leichtigkeit und ihrer vergleichsweise ressourcenschonenden Produktion ein Schlüsselmaterial für den Klimaschutz. Gleichzeitig stellen die unsachgemäße Entsorgung von Kunststoffen und die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere eine umweltpolitische Herausforderung dar, für die es dringend Lösungen bedarf. "Hier sind wirkungsvolle Maßnahmen notwendig, die weitreichender und zielführender sind als das Verbot von Wattestäbchen und Plastiksackerln", erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie. Aus diesem Grund hat die Kunststoffindustrie ein umfassendes 10-Punkte-Maßnahmenpaket ausgearbeitet, das sämtliche Aspekte für einen nachhaltigen Umgang mit dem „Wertstoff“ Kunststoff beinhaltet und mit dem es gelingen kann, Österreich zum internationalen Vorreiter im Bereich der Kreislaufwirtschaft zu machen. "Der Fokus muss zuallererst auf der Förderung von Recycling-Kreisläufen liegen. Wir müssen die Rezyklierbarkeit des Werkstoffes ausnützen und ihn so oft wie möglich im Kreislauf führen," so Hofinger anlässlich der Präsentation des Pakets.

Da Recycling von Kunststoffen nicht mit der Sammlung, sondern zuerst mit dem Design von Produkten beginnt, ist bereits am Beginn der Kette anzusetzen. Die Unternehmen der Branche arbeiten schon intensiv an einer Steigerung der Rezyklierbarkeit ihrer Produkte, etwa durch den verstärkten Einsatz von Monomaterialien oder auch bei der Farbgebung, wo zunehmend hellere, transparente Farben verwendet werden.

Um hochwertiges Rezyklat zu erhalten, muss der Kunststoff sortenrein gesammelt werden. Dazu ist jedenfalls ein Ausbau der bestehenden Sammel- und Sortiersysteme notwendig.

Die Kunststoffindustrie will in diesem Zusammenhang Gespräche mit Handel und anderen Industrieverbänden zur Prüfung von Pfandsystemen für Getränkeverpackungen führen. "Wir Österreicher sind in Europa Musterschüler beim Mülltrennen und -verwerten. Um die von der EU vorgegebenen ambitionierten Recyclingziele im Bereich Kunststoff zu erreichen, müssen wir gemeinsam über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Systems diskutieren.“ So muss Österreich seine derzeitige Kunststoffrecyclingrate bis 2025 um fast 50 % erhöhen, um die von der EU geforderte Quote zu erreichen. Auch für die 2029 geforderte Sammelquote für Kunststoffflaschen von 90 Prozent müssen branchenübergreifend Lösungen angedacht werden.

Ein weiterer Schritt zum nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen ist der Einsatz von Mehrweg- statt Einweg-Produkten, wann immer es hygienisch und ökologisch vertretbar ist, beispielsweise bei Getränkebechern und Refill-Lösungen.

Für Maßnahmen von Seiten der Politik fordert die Branche künftig eine verpflichtende Verwendung von Ökobilanzen, um der Umwelt nicht in vermeintlich gutem Glauben etwa durch das Ausweichen auf einen anderen Werkstoff erst recht zu schaden – wie es zum Beispiel mit dem Plastiksackerlverbot der Fall war, die einen besseren ökologischen Fußabdruck aufweisen als Tragtaschen aus Papier.

Neben den nationalen Maßnahmen sollte sich Österreich laut Hofinger auch auf europäischer und internationaler Ebene stärker einbringen: Unausweichlich für eine Reduktion von Marine Litter wäre ein europaweites Deponie-Verbot sowie ein vermehrtes politisches Engagement auf globaler Ebene. "Österreich ist jetzt schon führend in der Entwicklung von Recyclingtechnologien und -maschinen. Diese Technologieführerschaft gehört weiter ausgebaut, um dann unser Know-how in Regionen der Welt zu exportieren, wo es aktuell an Abfallmanagementkonzepten mangelt, wie insbesondere in Asien und Afrika ". Weiters braucht es gezielte Förder- und Anreizsysteme für die Weiterentwicklung neuer Technologien, wie etwa für chemisches Recycling. Dabei werden Kunststoffabfälle, die nicht zum mechanischen Recycling geeignet sind, durch thermochemische Verfahren wieder in Rohstoffe umgewandelt, aus denen neue Kunststoffprodukte erzeugt werden können.

Bei einer erfolgreichen Umsetzung des 10-Punkte-Maßnahmenpakets der Kunststoffindustrie können beträchtliche Ressourcen eingespart und Abfall vermieden werden. Es können damit bis 2025 über 95 % Prozent der PET-Flaschen ins Recycling rückgeführt werden, bei anderen Kunststoffarten sollen bis 2040 ebenfalls über 95 %-ige Rückführungsquoten ins Recycling realisiert werden. Voraussetzung ist hierfür ein Schulterschluss aller Stakeholder von Unternehmen, über Politik, Verwaltung, Forschung, Gemeinden bis zu NGOs.

Österreichs Kunststofferzeuger und –verarbeiter setzten 2017 Produkte im Wert von 7,5 Mrd Euro ab und hielten damit einen Anteil von ca. 5 Prozent an der Industrieproduktion. Mit Forschungsausgaben von 194 Millionen Euro im Jahr 2015 gehört die Kunststoffbranche zu den forschungseifrigsten. Sie ist international ausgerichtet und exportiert ca. zwei Drittel ihrer Erzeugnisse.

FCIO in ORF III Beitrag über Plastik

19.02.2019 - Gestern wurde im Hauptabendprogramm auf ORF III eine Dokumentation mit dem Namen "Achtung Verpackung" ausgestrahlt.

Darin kamen einerseits Umweltorganisationen und Umweltmediziner, aber auch der Fachverband als Vertreter der Kunststoffindustrie zu Wort.

Auch wenn der Fokus der Berichterstattung sehr auf den negativen Folgen von Verpackungen lag, so konnte Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der chemischen Industrie, etliche Argumente, die für den Werkstoff sprechen, unterbringen. Etwa, dass Plastikverpackungen unter ökologischer Betrachtung besser abschneiden als Verpackungen aus anderen Materialien wie Papier oder Glas. Weiters, dass das Plastiksackerlverbot ebenso wie die Einwegkunststoffrichtlinie reine Symbolpolitik sind und man durch Verbote von einzelnen Produkten dem Problem der Vermüllung der Weltmeere nicht beikommt. Die Lösung liegt einerseits in einem europaweiten Deponierungsverbot und andererseits in einem Technologietransfer im Bereich der Abfallwirtschaft in Ländern Asiens und Afrikas, die die Hauptverursacher von Marine Litter sind. Wichtig war auch, die Seher darüber zu informieren, dass Österreich laut Bericht des Nachhaltigkeitsministeriums bei Verpackungen eine hundertprozentige Verwertungsquote hat und somit der falsche Ort ist, um Marine Litter mittels Verboten den Kampf anzusagen.

Die Bestrebungen der Kunststoffindustrie zur Nachhaltigkeit waren zwar auch Thema des Interviews, fanden aber leider in der Sendung keinen Platz. 

Die gesamte Dokumentation finden Sie noch für eine Woche unter diesem Link.

 

Kunststoffindustrie zu Plastik-Gipfel: Umweltnutzen von geplanten Plastikverboten fragwürdig

08.01.2019 - Die Kunststoffindustrie ist sich der Problematik von Plastik in der Umwelt bewusst und trägt seit Jahren mit einem Paket an Maßnahmen und Initiativen dazu bei, die Umweltauswirkungen von Kunststoff zu minimieren.

 „Mit einem vorschnellen Verbot von Plastiksackerln und einer Reduktion von Kunststoffverpackungen ist für die Umwelt nichts gewonnen, denn der Klimafußabdruck von alternativen Materialien ist meist schlechter“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs den Plastik-Gipfel der Regierung.

Statt wenig wirksame Einzelmaßnahmen wie etwa das Plastiksackerlverbot zu initiieren sollte ein gesamthafter Ansatz zur Nachhaltigkeit von Kunststoff getroffen werden, der die Ziele der Kreislaufwirtschaft umsetzt. Dazu müssen neue Recyclingtechnologien, Forschungsschwerpunkte, Sammlungs- und Sortierungsstrukturen gemeinsam von allen Stakeholdern mitgedacht und umgesetzt werden. 

Kunststoffe sind aus ökologischer Sicht schwer zu ersetzen

Mit Sackerln aus Papier oder Biokunststoff bietet man Konsumenten Scheinlösungen und erreicht letztendlich das Gegenteil des Gewollten. Eine Tragtasche aus Papier müsste man laut einer britischen Studie dreimal so häufig benutzen wie ein Plastiksackerl, um eine niedrigere CO2-Bilanz zu erreichen. Da Papier aber nicht so reißfest ist wie Kunststoff, ist dies schwer möglich. „Das Papiersackerl dient maximal der Gewissensberuhigung, der Umwelt schadet es mehr als es nützt“, sieht Hofinger diese Alibimaßnahme kritisch. Die mehrmalige Verwendung von Plastiksackerln ist laut Hofinger die sinnvollste Lösung, um der Umwelt Gutes zu tun. 

Sackerl aus Biokunststoff keine nachhaltigere Lösung

Auch Sackerl aus Biokunststoff sind keine nachhaltigere Alternative. Landet der Biokunststoff aus vermeintlich gutem Glauben im Kompostmüll, so wird er in industriellen Kompostieranlagen aussortiert und wie jedes Plastiksackerl verbrannt. Denn der Abbau von Bioplastik dauert wesentlich länger als die Verrottung von Bioabfällen.

Kunststoffverpackungen leisten Beitrag zum Klimaschutz

Eine grobe Faustregel besagt, dass in einem Lebensmittel zehnmal mehr Ressourcen stecken als in der Verpackung desselbigen. Aufgabe der Verpackung ist es somit, das Lebensmittel vor Verderb und Schaden zu schützen, um die verwendeten Ressourcen nicht zu verschwenden. Da Alternativen zu Kunststoff (Glas, Aluminium, Papier) in der Herstellung energieintensiver sind als Kunststoff und letzterer auch noch in viel dünneren Schichten für Verpackungen verwendet werden kann, ist das Material die nachhaltigste Lösung. Studien zeigen, dass der Umstieg auf andere Verpackungsmaterialien den Ausstoß von Treibhausgasen um den Faktor 2,7 erhöhen würde. „Die Reduktionsvorhaben der Regierung im Bereich der Verpackung bringen aus ökologischer Sicht keinen Nutzen für die Umwelt. Sie könnten sogar das Gegenteil bewirken, wenn dadurch auf andere weniger nachhaltige Materialien ausgewichen wird“, warnt Hofinger. „Die Lösung liegt in der Kreislaufwirtschaft, auf die sich die europäischen Mitgliedstaaten mit der europäischen Kunststoffstrategie geeinigt haben.“

Kunststoffindustrie: Einwegkunststoff-Richtlinie bietet leider nur Scheinlösungen

19.12.2018 - Funktionierendes Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft zielführender Weg

Die Einwegkunststoff-Richtlinie dient nicht der Beseitigung des Marine Litter Problems. Der Anteil Europas und Nordamerikas am Marine Litter beträgt gerade einmal zwei Prozent. Der Rest kommt hauptsächlich aus Asien und Afrika. Experten sind sich einig, dass die Lösung der Meeresverschmutzung im Aufbau einer funktionierenden Abfallentsorgung in den betroffenen Ländern sowie in der Kreislaufwirtschaft liegt. „Die Einwegkunststoff-Richtlinie ist in erster Linie Symbolpolitik. Mit dem Verbot von Wattestäbchen lässt sich die Verschmutzung der Meere nicht reduzieren“, ist Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs überzeugt. „Hier wurde leider der einfachste Weg gegangen, indem man den Menschen Scheinlösungen anbietet.“  

Zudem haben insbesondere Kunststoffverpackungen bessere ökologische Eigenschaften als alternative Materialien, wie zahlreiche Studien belegen. So sind beispielsweise alternativ verfügbare Verpackungsmaterialien im Vergleich zu Kunststoff im Schnitt mehr als dreimal so schwer. Ein Umstieg auf diese würde den Energieverbrauch um den Faktor 2,2 erhöhen und die Treibhausgasemissionen um den Faktor 2,7 steigen lassen. „Anstatt sich auf ökologisch vorteilhafteren Kunststoff einzuschießen, sollte ein ressourcenschonender Umgang mit allen Materialien verfolgt werden“, so Hofinger.

Abfallmanagement EU-weit auf österreichisches Niveau heben 

Die europäische Gesetzgebung im Bereich Abfall und Verpackung reicht aus, um einen Eintrag von Kunststoff in die Weltmeere gänzlich zu verhindern. Während Österreich Vorreiter in der Umsetzung ist, indem es 100 Prozent der Kunststoffverpackungen wiederverwertet, bestehen in mehreren anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union nach wie vor Missstände in der Abfallbewirtschaftung. Diese gehören dringend beseitigt, anstatt einseitige Verbote zu erlassen.  

„Österreich hat ein funktionierendes Abfallmanagement-System und durch die enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette wird hierzulande intensiv daran gearbeitet, den Kunststoffkreislauf zu schließen“, erklärt Hofinger. Dies setzt allerdings voraus, dass gesetzliche Regelungen berechenbar und investitions- sowie innovationsfreundlich gestaltet werden. 

Verbote schaden Investitionen in Recycling 

Die Einwegkunststoff-Richtlinie wird ein Recycling erschweren, da auch Produkte aus Recyclingmaterial von den Verboten betroffen sind. „Österreich ist Vorzeigeschüler bei Kunststoffrecycling. Um weiterhin führend zu sein, braucht es statt unsachlicher Verbote stabile Rahmenbedingungen für Unternehmen, die in Recyclingtechnologien investieren“, fordert Hofinger. Anders als andere europäische Staaten hat Österreich übermäßig viele Betriebe, die auf die Herstellung von Recyclingverpackungen spezialisiert sind. Auch ist Österreich führend im Bau von Recyclingmaschinen für Kunststoff-Einwegverpackungen.

Kunststoffindustrie finanziert bereits jetzt Sammlung und Verwertung

„Die Kunststoffindustrie leistet bereits seit 25 Jahren mit den Verpackungslizenzierungen einen massiven Beitrag zur Sammlung und Verwertung. Die Hersteller nun auch für das Fehlverhalten der Konsumenten zur Verantwortung zu ziehen, ist unverhältnismäßig und in erster Linie Effektheischerei“, kommentiert Hofinger das Verhandlungsergebnis.

Kunststoffindustrie: Ökologische Vorteile von Kunststoffen für Klimaschutz nutzen!

05.12.2018 - Alternative Materialien haben schlechtere Ökobilanz als Plastik

Kunststoff hat selbstverständlich nichts in der Umwelt und in Gewässern verloren – der Weg dahin kann aber nur über ein funktionierendes Abfallmanagement und Bewusstseinsbildung führen. Als zu kurz gedacht beurteilt der Fachverband der Chemischen Industrie daher den heutigen Beschluss zum Plastiksackerlverbot. „Gerade anlässlich der UN-Klimakonferenz in Katowice hätten wir uns einen ganzheitlichen Lösungsansatz für einen ökologisch nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen gewünscht. Rausgekommen ist stattdessen eine Symbolpolitik, die der Umwelt letztendlich mehr schaden als nützen könnte“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes die Initiative der Bundesregierung.  

Fakt ist, dass viele Kunststoffartikel handfeste Vorteile für den Klimaschutz haben und es für sie keine ökologisch sinnvolle Alternative gibt. Das zeigt sich etwa bei der Verpackung von Lebensmitteln mit Kunststoff, durch welche die Haltbarkeit deutlich gesteigert und Abfälle verringert werden können – und damit Emissionen bei deren Produktion. „Studien belegen, dass der Klimafußabdruck durch zerstörte und verdorbene Güter wesentlich schwerer wiegt als der von Verpackungen“, so Hofinger.  

Will man wirklich saubere Alternativen fördern, muss man logischerweise deren Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt überprüfen. Die beim heutigen Ministerrat beschlossenen Pläne lassen davon allerdings nichts erkennen: So haben beispielsweise Papiersackerl wegen des enormen Ressourcenverbrauchs bei der Herstellung einen schlechteren ökologischen Fußabdruck als Kunststoff. Und auch andere Werkstoffe haben das Nachsehen: Eine Studie von denkstatt zu Lebensmittelverpackungen zeigt, dass alternativ verfügbare Verpackungsmaterialien im Vergleich zu Kunststoff im Schnitt mehr als dreimal so schwer sind, der Energieverbrauch um den Faktor 2,2 höher ist und die Treibhausgasemissionen sogar um den Faktor 2,7 steigen. Und bei bioabbaubaren Kunststoffen gilt es zu bedenken, dass diese nur unter industriellen Bedingungen abbaubar sind und im Biomüll nichts zu suchen haben.  

Anstatt sich auf Kunststoff einzuschießen, sollte daher ein ressourcenschonender Umgang mit allen Materialien verfolgt werden. So sind sich alle Experten einig, dass vor allem die Kreislaufwirtschaft mit der Forcierung von Recycling und Mehrwegprodukten zielführend für Klimaschutz und beim weltweiten Kampf gegen Marine Litter ist. Die Hersteller leisten bereits jetzt über die Verpackungslizenzierung substanzielle Beiträge für das funktionierende Abfallmanagement in Österreich. Es ist jedoch nicht einzusehen, dass sie künftig dafür aufkommen müssen, wenn Verpackungen durch den Einzelnen achtlos weggeworfen werden.

Dementsprechend arbeitet die Kunststoffbranche ambitioniert an der Rezyklierbarkeit ihrer Produkte. Österreich gilt erfreulicherweise als Vorzeigeschüler beim Kunststoffrecycling. Gemessen an der Einwohnerzahl hat Österreich übermäßig viele Kunststoffrecycling-Betriebe, die Einweg-Kunststoffverpackungen aus ganz Europa zukaufen. Heimische Hersteller haben sich zum Teil auf Verpackungen mit überdurchschnittlich hohen Recyclinganteilen spezialisiert. Auch ist Österreich führend im Bau von Recyclingmaschinen für Kunststoff-Einwegverpackungen. Es ist zu befürchten, dass die heute beschlossenen Maßnahmen künftig das Recycling erschweren, wenn auch Produkte aus Recyclingmaterial von den Verboten betroffen sind.

„Wir hoffen, dass das Nachhaltigkeitsministerium bei der Ausarbeitung der Maßnahmen die notwendigen faktenbasierten Diskussionen führt und stehen dafür gerne zur Verfügung. Denn nur so können wir zu Lösungen kommen, die auch tatsächlich einen ökologischen Nutzen haben“, appelliert Hofinger abschließend an die Verantwortlichen.

Plastiksackerlverbot: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht

03.12.2018 - Das am Wochenende von Nachhaltigkeitsministerin Köstinger angekündigte Verbot von Plastiksackerln und Mikroplastik in Kosmetika stößt auf Unverständnis in der Kunststoffbranche.

„Als Umweltschutzmaßnahme dienen solche Verbote in Österreich nicht, da hierzulande funktionierende Abfallmanagementsysteme dafür sorgen, dass Kunststoff ordnungsgemäß verwertet wird,“ kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie die Regierungsinitiative. 

Denn Voraussetzung für Maßnahmen, die der Umwelt tatsächlich nützen, ist eine positive Ökobilanz. Dabei schneidet beispielsweise das Papiersackerl auf Grund der Ressourcenintensität bei der Herstellung keineswegs besser ab, wie zahlreiche Studien belegen und auch Greenpeace in seiner Presseaussendung betont. Und auch abbaubare Plastiksackerl schaden der Umwelt erst recht, wenn sie im falschen Glauben im Kompostmüll landen.

„Recycling und Mehrweg im Sinne einer umfassenden Kreislaufwirtschaftsstrategie wären auf jeden Fall zielführender“, ist Hofinger daher überzeugt. Die Kunststoffbranche setzt auf einen Ausbau der Rezyklierbarkeit ihrer Produkte sowie auf eine Erhöhung des Rezyklatanteils. Auch die Mehrfachverwendung von Kunststofferzeugnissen wie etwa Tragetaschen unterstützt die Nachhaltigkeit. Gleichzeitig muss das Bewusstsein der Menschen für einen schonenden Umgang mit Ressourcen aller Art geschärft werden, denn nicht der Werkstoff Kunststoff ist das Problem, sondern eine unsachgemäße Behandlung. Maßnahmen, die zur Sensibilisierung beim Konsumenten abzielen, sind daher sinnvoller als Verbote.

„Kunststoff ist der am meisten verwendete Werkstoff der Welt. Wir alle arbeiten an einer nachhaltigen und innovativen Kunststoffindustrie, die einerseits Umweltbelastungen minimiert und andererseits international wettbewerbsfähig ist", so Hofinger. In Abstimmung mit dem Gesetzgeber hat die Branche daher in den letzten Jahren bereits zahlreiche freiwillige Initiativen zur Nachhaltigkeit ihrer Produkte umgesetzt. Auch die Kosmetikindustrie steht zu ihrer Verantwortung und verzichtet bereits freiwillig auf den Einsatz von Mikroplastik.

Der Anteil Europas und Nordamerikas am Marine Litter beträgt zwei Prozent. Der Rest kommt hauptsächlich aus Asien und Afrika. Hier gilt es, diese Länder zu unterstützen, funktionierende Abfallwirtschaftssysteme aufzubauen. Der Ansatz, Plastiksackerl oder Wattestäbchen aus Kunststoff zu verbieten, trägt mengenmäßig kaum etwas zur Reduktion des Plastikmülls in den Weltmeeren bei.

Ganz vergessen wird bei all der Kritik am Kunststoff, dass viele Kunststoffartikel handfeste ökologische Vorteile haben, für die es keine sinnvollen Alternativen gibt. Sie machen Autos leichter und sparen somit Sprit. Sie dämmen Gebäude und senken damit den Heiz- oder Kühlenergiebedarf. Sie schützen Lebensmittel vor Verderb und damit die Umwelt vor unnötigen Emissionen bei deren Produktion.

Staatspreis Verpackung: Prämierung von Unternehmen der chemischen Industrie

21.11.2018 - Im Rahmen des 3. Österreichischen Verpackungstages wurde am 20. November in der Aula der Wissenschaften der traditionsreiche Staatspreis „Smart Packaging“ vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort sowie Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus verliehen.  

Ziel des Staatspreises ist es, moderne Lösungen im Verpackungsbereich als Best-Practice-Beispiele auszuzeichnen und die Verpackungsbranche, die mit einem Jahresumsatz von über sechs Milliarden Euro und rund 14.300 Beschäftigten bedeutend für Österreich ist, vor den Vorhang zu holen.
Insgesamt 63 Einreichungen von innovativen Verpackungslösungen hat eine Expertenjury, in welcher der Fachverband ständiges Mitglied ist, nach Bewertungskriterien in vier Exzellenzfeldern (ökologische Nachhaltigkeit, technische Funktionalität, Gestaltung und Convenience) beurteilt. Daraus gingen ein Staatspreis in der Kategorie "B2B" sowie zwei Staatspreise in der Kategorie "B2C" hervor. Zusätzlich wurden Sonderpreise für Digitalisierung, Innovation und Brand Packaging verliehen.

Wir freuen uns sehr, dass zwei Mitglieder des Fachverbandes unter den Preisträgern sind:

Der Staatspreis in der Kategorie B2C wurde für „Packnatur® Mehrwegbeutel auf Holzbasis“ verliehen, der von Lenzing hergestellt wird. 
Begründung der Jury: langlebige, wiederverwendbare Verpackungslösung aus nachwachsendem Rohstoff, der nicht zu Lasten von Nahrungsmitteln geht, sehr angenehme Haptik, längere Haltbarkeit der Lebensmittel

Der Sonderpreis Innovation ging an Greiner Packaging für ihr Produkt „Frische-Clip“
Begründung der Jury: ausgetüfteltes Konzept in den Bereichen Materialeinsparung und „Save-Food“, Mehrfachnutzen des Clips durch Wiederverschließbarkeit und Dosierhilfe.  
Das Ziel von Greiner ist es, Verpackungen zu 100 Prozent recycelfähig zu machen, erläutert Manfred Stanek, Geschäftsführer Greiner Packaging, in der Podiumsdiskussion. Näheres zu dem prämierten Produkt lesen Sie in der Presseaussendung von Greiner Packaging.

Mit einer neuen Brancheninitiative der FFG, die gestern vorgestellt wurde, will man die Forschungs- und Innovationsaktivitäten der Verpackungswirtschaft steigern, und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Branche sichern und ausbauen.  Vier Themen stehen dabei im Zentrum: Digitalisierung und Services, Maschinen und Elektronik, Verarbeitungs- und Produktionsprozesse, sowie Umwelt und Recycling. Näheres zur Brancheninitiative finden Sie hier.

Credit: Matthias Silveri

Der Fachverband dankt Thomas Rhomberg für seine langjährige Funktionärstätigkeit

21.11.2018 - Mit der Pensionierung von Thomas Rhomberg verliert die Kunststoffbranche einen Funktionär mit Herz und Verstand.

Mit der Pensionierung von Thomas Rhomberg verliert die Kunststoffbranche ein Sprachrohr, einen unerschöpflichen Forschergeist, einen unerbittlichen Verteidiger, einen unvergleichbaren Problemlöser und wir einen Funktionär mit Herz und Verstand.

Thomas Rhomberg hat die Entwicklung der Kunststoffbranche einerseits mit der Firma Fries, aber auch durch seine Arbeit als Funktionär im Fachverband maßgebend beeinflusst und vorangetrieben. 20 Jahre war er im Berufsgruppenausschuss tätig, 10 Jahre davon hatte er als Obmann den Vorsitz inne.

Wenn man für Kunststoff eintritt, hat man mit viel Gegenwind zu rechnen. In den 10 Jahren seiner Obmannschaft kam so manches Thema auf, das die kunststoffverarbeitende Industrie intensiv beschäftigte. Zu Beginn stand die PVC-Diskussion im Vordergrund, bald kamen dazu Themen wie etwa Bisphenol-A, das Plastiksackerlverbot, Plastic Planet, die Nachhaltigkeitsbewertung von Bauprodukten, baubook, Marine Litter, Plastik in der Donau und etliches mehr.

Thomas Rhomberg sah den Gegenwind als Herausforderung und hat sich nie entmutigen lassen. So haben wir zum Beispiel weiterhin kein PVC-Verbot, sondern erleben gerade vielmehr die Rehabilitierung von PVC.

Die 10 Jahren seiner Obmannschaft waren aber nicht nur durch Defensive geprägt, sondern er war auch offensiv aktiv. Unter anderem setzte Thomas Rhomberg die entscheidenden Impulse, um mit den Österreichischen Kunststofftagen auch die breite Öffentlichkeit über die Vorteile von Kunststoffen zu informieren.

Thomas Rhomberg ist Kunststofftechniker mit Leib und Seele. Unter seiner Führung erhielt die Firma Fries eine Reihe Auszeichnungen. Auf Verpackungsstaatspreise schien man fast schon ein Abonnement zu haben und auf internationaler Ebene freute man sich über den Worldstar for Packaging Award. Im kommenden Jahr winkt als krönender Abschluss die H.F. Mark-Medaille.

Als Kunststofftechniker lagen ihm stets auch die Bereiche Forschung und Ausbildung am Herzen. Mit der Forschungsinitiative Bra.in Kunststoff konnten unter dem Obmann Thomas Rhomberg bei der FFG ein Kunststoffschwerpunkt gesetzt werden, der der Branche Fördertöpfe von mehr als 20 Millionen Euro jährlich über eine Periode von drei Jahren öffnete.

Auch seine Mitarbeit in europäischen Gremien – Thomas Rhomberg hat den Fachverband bei EuPC vertreten – nutzte, um die österreichische Wirtschaft anzukurbeln. Sitzungstermine in Wien wurden mit Besuchen der Forschungs- und Prüfinstitute verbunden, die dadurch wieder Gelegenheit hatten, neue Kunden zu gewinnen.

Sowohl die Kunststoffbranche, als auch wir im Fachverband werden Thomas Rhomberg sehr vermissen. Nicht nur wegen seines unermüdlichen Engagements, sondern gerade wegen seiner menschlichen Qualitäten. Wir wünschen ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und vor allem Gesundheit!

Können wir auf Kunststoffe verzichten?

14.11.2018 - Die Weltmeere von Kunststoffmüll zu befreien ist nicht mehr allein der Vorsatz von Aktivisten.

Dieses Bestreben hat sich nun auch der Handel auf die Fahnen geheftet und bemüht sich, Plastik nicht nur bei den Tragetaschen, sondern auch bei Verpackungen zu reduzieren. Eine schönes Bild der aktuellen Debatte gibt der Presse-Artikel von Antonia Löffler wieder: https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5527784/Plastik-der-Feind-in-unserem-Meer

Einwegkunststoff-Richtlinie löst kein Marine-Litter-Problem

25.10.2018 - Funktionierende Abfallmanagementsysteme sowie Konsumentenbewusstsein wären zielführende Maßnahmen

Die Kunststoffstrategie bietet die Möglichkeit, Europas Kunststoffindustrie global zu einer Vorreiterrolle im ökologischen Handeln zu bringen und wurde daher von dieser begrüßt. Die heute im EU-Parlament diskutierte Einwegkunststoff-Richtlinie hingegen wird von der Branche nicht als zielführende Lösung für das Marine-Litter-Problem betrachtet. 

„Die Single Use Plastics Richtlinie, mit der Einweg-Erzeugnisse aus Kunststoff künftig verboten werden sollen, schießt am Ziel vorbei, weil sie das Marine-Litter-Problem nicht lösen kann“, ist Helmut Schwarzl, Obmann der Berufsgruppe Kunststoffindustrie, überzeugt.  

Österreich ist Vorzeigeschüler bei Kunststoffrecycling  

Gemessen an der Einwohnerzahl hat Österreich übermäßig viele Kunststoffrecycling-Betriebe, die Einweg-Kunststoffverpackungen aus ganz Europa zukaufen. Anders als andere europäische Staaten hat Österreich Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Verpackungen mit überdurchschnittlich hohen Recyclinganteilen spezialisiert haben. Auch ist Österreich führend im Bau von Recyclingmaschinen für Kunststoff-Einwegverpackungen. Die Einwegkunststoff-Richtlinie wird ein Recycling erschweren, da auch Produkte aus Recyclingmaterial von den Verboten betroffen sind. Daher bietet die Richtlinie keine stabilen Rahmenbedingungen für Unternehmen, die in Recyclingtechnologien investieren. 

Abfallmanagement EU-weit auf Österreichisches Niveau heben 

Die europäische Gesetzgebung im Bereich Abfall und Verpackung ist ausreichend tauglich, um einen Eintrag von Kunststoff in die Weltmeere gänzlich zu verhindern. Während Österreich Vorreiter in der Umsetzung ist, indem es 100 Prozent des Kunststoffabfalls verwertet, bestehen in mehreren anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union nach wie vor Missstände in der Abfallbewirtschaftung. Diese gehören zunächst ausgeglichen, um überhaupt zu wissen, welche regulatorischen Lücken noch bestehen.  

„Österreich hat ein funktionierendes Abfallmanagement-System, sowie eine aufgeklärte Bevölkerung und es gibt qualifizierte Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die engagiert sind, den Kunststoffkreislauf zu schließen“, ist Schwarzl überzeugt. Dies setzt allerdings voraus, dass gesetzliche Regelungen berechenbar und investitions- wie innovationsfreundlich gestaltet werden. 

Konsumenten müssen mehr Problembewusstsein entwickeln 

„Zielführend sind lediglich die Maßnahmen, die auf Sensibilisierung beim Konsumenten abzielen. Das Bewusstsein der Menschen für einen schonenden Umgang mit Ressourcen aller Art muss geschärft werden, denn weder der Kunststoffteller noch die Bierdose tragen Schuld am achtlosen Umgang mit ihnen“, gibt Schwarzl zu bedenken. „Nicht der Werkstoff Kunststoff ist das Problem, sondern die unsachgemäße Behandlung sowie mangelhaftes Abfallmanagement in vielen EU-Staaten.“ Schwarzl fürchtet, dass Verbote zu einer ungerechtfertigten Ablehnung von Kunststoff führen könnten, die der Werkstoff nicht verdient hat. 

Ökologische Vorteile von Kunststoff nicht vergessen 

Denn meist wird bei all der Kritik an Kunststoff auf handfeste ökologische Vorteile vergessen, die viele Kunststoffartikel vorweisen können. Sie machen Autos leichter und sparen somit Sprit. Sie dämmen Gebäude und senken damit den Heiz- oder Kühlenergiebedarf. Sie schützen Lebensmittel vor Verderb und damit die Umwelt vor unnötigen Emissionen bei deren Produktion. Will man wirklich saubere Alternativen zu Kunststoff forcieren, so sollte man bei diesen auf jeden Fall zuerst deren ökologischen Fußabdruck prüfen.

Österreichische Kunststoffindustrie bewertet Plastics Strategy positiv

17.01.2018 - Die österreichische Kunststoffindustrie begrüßt die Vorhaben aus der gestern veröffentlichten EU Kunststoff-Strategie. 

Damit liegen die Ziele der Europäischen Kommission, über die in den letzten Monaten viel diskutiert wurde, klar auf dem Tisch. „Kunststoff ist der am meisten verwendete Werkstoff der Welt. Wir alle arbeiten an einer nachhaltigen und innovativen Kunststoffindustrie, die einerseits Umweltbelastungen minimiert und andererseits international wettbewerbsfähig ist. Dafür ist es notwendig, dass alle Stakeholder an einem Strang ziehen“, kommentiert Helmut Schwarzl, Obmann der Berufsgruppe Kunststoffindustrie die Ziele der EU-Kommission.

So wird Nachhaltigkeit vielfach in der Kunststoffbranche bereits jetzt gelebt. Dies zeigt sich etwa darin, dass die Industrie mit der gemeinsamen Initiative von Umweltministerium und Fachverband, dem Pakt „Zero Pellet Loss“, erfolgreich Maßnahmen zur Reduktion von Kunststoff in Gewässern umgesetzt hat.

Nachhaltiges Wirtschaften braucht richtige Rahmenbedingungen
„Um die ambitionierten Ziele der Strategie umzusetzen, braucht es nun praxistaugliche Lösungen und auch die technische Machbarkeit darf nicht aus den Augen verloren werden“, fordert Schwarzl für die Umsetzung. Beispielsweise muss man für die in der Strategie vorgesehene Erhöhung der Recyclingquoten erst den geeigneten Rechtsrahmen schaffen und die vorhandenen administrativen Hindernisse beseitigen. Außerdem gilt es, Anreize für Investitionen und Innovationen zu bieten, um Recyclingtechnologien für neue Kunststofftypen wie etwa Kunststoffe aus biobasierten Rohstoffen entwickeln zu können.

Bekämpfung von Marine Litter erfordert globale Maßnahmen
Vielen Umweltproblemen, die in anderen Ländern bestehen, begegnet man in Österreich bereits sehr effektiv: Eine Deponierung von Kunststoffabfällen ist schon lange verboten und ein ausgereiftes Extended Producer Responsibility System für Verpackungen sorgt mit 58 Prozent für die dritthöchsten Recyclingraten in der EU. „Daher begrüßen wir den Ansatz der Kommission, Marine Litter global zu bekämpfen“, so Schwarzl. Über 80 Prozent des Kunststoffeintrags in die Meere stammen aus Asien. „Hier gilt es, diese Länder zu unterstützen, funktionierende Abfallwirtschaftssysteme aufzubauen.“

Bioplastik ist nur bei positiver Ökobilanz wirklich bio
Wichtig ist Schwarzl auch die Unterscheidung zwischen Bio-Kunststoff und biologisch abbaubarem Kunststoff: „Der Begriff „Bio-Plastik“ ist für Konsumenten oft irreführend, da er sich lediglich auf den Rohstoff bezieht und keinesfalls mit Kompostierbarkeit einhergeht.“  Und selbst wenn Kompostierbarkeit gegeben ist, ist damit meist nur jene in industriellen Anlagen gemeint und nicht im eigenen Garten oder gar von achtlos in der Natur weggeworfenen Müll. Der Umstieg auf andere Rohstoffquellen oder Werkstoffe ist nur dann sinnvoll, wenn die Ökobilanz tatsächlich positiv ausfällt. Dafür muss der Ressourcenverbrauch beim gesamten Produktlebenszyklus betrachtet werden: Vom Anbau bei Bio-Kunststoffen bis zum Materialeinsatz beispielsweise bei Papiersackerln, der für die gleiche Reißfestigkeit doppelt so hoch ist. „Sonst ist gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht“, so Schwarzl abschließend.

Österreichs Kunststofferzeuger und –verarbeiter setzten 2016 Produkte im Wert von 7,3 Mrd. Euro ab und hielten damit einen Anteil von ca. 7 Prozent an der Industrieproduktion. Mit Forschungsausgaben von 194 Millionen Euro im Jahr 2015 gehört die Kunststoffbranche zu den forschungseifrigsten.

Die österreichische Kunststoffindustrie begrüßt die Vorhaben aus der gestern veröffentlichten EU Kunststoff-Strategie. Damit liegen die Ziele der Europäischen Kommission, über die in den letzten Monaten viel diskutiert wurde, klar auf dem Tisch. „Kunststoff ist der am meisten verwendete Werkstoff der Welt. Wir alle arbeiten an einer nachhaltigen und innovativen Kunststoffindustrie, die einerseits Umweltbelastungen minimiert und andererseits international wettbewerbsfähig ist. Dafür ist es notwendig, dass alle Stakeholder an einem Strang ziehen“, kommentiert Helmut Schwarzl, Obmann der Berufsgruppe Kunststoffindustrie die Ziele der EU-Kommission.

So wird Nachhaltigkeit vielfach in der Kunststoffbranche bereits jetzt gelebt. Dies zeigt sich etwa darin, dass die Industrie mit der gemeinsamen Initiative von Umweltministerium und Fachverband, dem Pakt „Zero Pellet Loss“, erfolgreich Maßnahmen zur Reduktion von Kunststoff in Gewässern umgesetzt hat.

Nachhaltiges Wirtschaften braucht richtige Rahmenbedingungen
„Um die ambitionierten Ziele der Strategie umzusetzen, braucht es nun praxistaugliche Lösungen und auch die technische Machbarkeit darf nicht aus den Augen verloren werden“, fordert Schwarzl für die Umsetzung. Beispielsweise muss man für die in der Strategie vorgesehene Erhöhung der Recyclingquoten erst den geeigneten Rechtsrahmen schaffen und die vorhandenen administrativen Hindernisse beseitigen. Außerdem gilt es, Anreize für Investitionen und Innovationen zu bieten, um Recyclingtechnologien für neue Kunststofftypen wie etwa Kunststoffe aus biobasierten Rohstoffen entwickeln zu können.

Bekämpfung von Marine Litter erfordert globale Maßnahmen
Vielen Umweltproblemen, die in anderen Ländern bestehen, begegnet man in Österreich bereits sehr effektiv: Eine Deponierung von Kunststoffabfällen ist schon lange verboten und ein ausgereiftes Extended Producer Responsibility System für Verpackungen sorgt mit 58 Prozent für die dritthöchsten Recyclingraten in der EU. „Daher begrüßen wir den Ansatz der Kommission, Marine Litter global zu bekämpfen“, so Schwarzl. Über 80 Prozent des Kunststoffeintrags in die Meere stammen aus Asien. „Hier gilt es, diese Länder zu unterstützen, funktionierende Abfallwirtschaftssysteme aufzubauen.“

Bioplastik ist nur bei positiver Ökobilanz wirklich bio
Wichtig ist Schwarzl auch die Unterscheidung zwischen Bio-Kunststoff und biologisch abbaubarem Kunststoff: „Der Begriff „Bio-Plastik“ ist für Konsumenten oft irreführend, da er sich lediglich auf den Rohstoff bezieht und keinesfalls mit Kompostierbarkeit einhergeht.“  Und selbst wenn Kompostierbarkeit gegeben ist, ist damit meist nur jene in industriellen Anlagen gemeint und nicht im eigenen Garten oder gar von achtlos in der Natur weggeworfenen Müll. Der Umstieg auf andere Rohstoffquellen oder Werkstoffe ist nur dann sinnvoll, wenn die Ökobilanz tatsächlich positiv ausfällt. Dafür muss der Ressourcenverbrauch beim gesamten Produktlebenszyklus betrachtet werden: Vom Anbau bei Bio-Kunststoffen bis zum Materialeinsatz beispielsweise bei Papiersackerln, der für die gleiche Reißfestigkeit doppelt so hoch ist. „Sonst ist gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht“, so Schwarzl abschließend.

Österreichs Kunststofferzeuger und –verarbeiter setzten 2016 Produkte im Wert von 7,3 Mrd. Euro ab und hielten damit einen Anteil von ca. 7 Prozent an der Industrieproduktion. Mit Forschungsausgaben von 194 Millionen Euro im Jahr 2015 gehört die Kunststoffbranche zu den forschungseifrigsten.

Verbot von Einweg-Plastikprodukten und Kunststoffabgabe schießen am Ziel vorbei

10.08.2018 - Kunststoffabgabe dient nur zum Stopfen des Brexit-Budgetlochs

Im Jänner noch begrüßte die Kunststoffindustrie die von der EU im Rahmen der Kreislaufwirtschaft geplante Kunststoffstrategie. Sie bietet eine Möglichkeit, Europas Kunststoffindustrie global zu einer Vorreiterrolle im ökologischen Handeln zu bringen. 

„Die heute veröffentlichte Single Use Plastics Richtlinie, mit der Einweg-Erzeugnisse aus Kunststoff künftig verboten werden sollen, schießt allerdings am Ziel vorbei“, ist Helmut Schwarzl, Obmann der Berufsgruppe Kunststoffindustrie, überzeugt. 

Konsumenten müssen mehr Problembewusstsein entwickeln

Anstoß für diesen Richtlinienvorschlag ist die Tatsache, dass  Kunststoff-Einwegprodukte 50 Prozent des Abfalls darstellen, der auf europäischen Stränden gefunden wird. Für einen fairen Ansatz wäre es notwendig, ebenso Maßnahmen für die anderen 50 Prozent zu finden. Weder der Kunststoff-Teller noch die Bierdose tragen Schuld am achtlosen Umgang mit ihnen, sondern der Konsument. Zielführender als Verbote von Kunststoffprodukten für die Bekämpfung des Litterproblems ist vielmehr das Bewusstsein der Menschen für einen schonenden Umgang mit Ressourcen aller Art zu schärfen und ihr Verhalten langfristig zu verändern. Bei Verboten von bestimmten Produkten wird das Problem von Kunststoff nur zu anderen Materialien verlagert, die dann am Strand gefunden werden. Litter sollte auf jeden Fall vermieden werden, egal ob aus Kunststoff, Aluminium, Glas oder Papier.

Kunststoffabgabe nicht zielführend

„Eine Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffabfälle, wie sie derzeit im Raum steht, sehen wir als reine Geldbeschaffungsmaßnahme, um das Budgetloch nach dem Brexit zu stopfen. Weder werden dadurch die Meere vom Kunststoff gesäubert, noch Abfallwirtschaftssysteme außerhalb der EU etabliert. Zu beidem gibt es Initiativen, die die Branche unter erheblichem finanziellem Aufwand unterstützt“, begründet Schwarzl seine Ablehnung einer Kunststoffabgabe. Die Etablierung von Sammel- und Verwertungssystemen in Asien oder Leuchtturmprojekte zur Säuberung von Stränden sind zum Beispiel zielführende Handlungen der Branche zur Beseitigung des Marine Litter-Problems. 

Europa und Nordamerika nur zwei Prozent Anteil an Marine Litter

Schwarzl fordert von der Kommission, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um Forschungsprojekte im Bereich des Kunststoffrecyclings aber auch bei biobasierten Kunststoffen zu forcieren. Der Anteil Europas und Nordamerikas am Marine Litter beträgt zwei Prozent. Der Rest kommt hauptsächlich aus Asien und Afrika. „Eine Kunststoffabgabe würde die europäische Kunststoffindustrie schwächen und die Wettbewerbsposition gerade der größten Verschmutzer stärken“, so Schwarzl. 

Ökologische Vorteile von Kunststoff nicht vergessen

Ganz vergessen wird bei all der Kritik am Kunststoff, dass viele Kunststoffartikel handfeste ökologische Vorteile haben, für die es keinen sinnvollen alternativen Werkstoff gibt. Sie machen Autos leichter und sparen somit Sprit. Sie dämmen Gebäude und senken damit den Heiz- oder Kühlenergiebedarf. Sie schützen Lebensmittel vor Verderb und damit die Umwelt vor unnötigen Emissionen bei deren Produktion. Eine Kunststoffabgabe würde das alles verteuern und in keiner Weise das Problem des Marine Litter lösen. Will man wirklich saubere Alternativen forcieren, so sollte man bei Alternativen zu Kunststoff zuerst deren ökologischen Fußabdruck prüfen.

Wirtschaftslage kunststoffverarbeitende Industrie

Die kunststoffverarbeitende Industrie hat den Schwung von 2017 (Steigerung des Produktionswertes um 3,5%) in das Jahr 2018 mitgenommen.

Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 3,9 %. Besonders Halbzeug aus Kunststoffen entwickelte sich mit einem Plus von 5,7 % sehr gut. Technische Teile und Konsumartikel fielen mit 4,7 % Plus nicht weit zurück, Baubedarf verzeichnete ein Wachstum von 2,5 %.

Verpackungsmittel trübten ein wenig das Bild: hier nahm der Produktionswert um 0,7 % ab.

Umsatztreiber war vor allem die Exportnachfrage mit 5,3 %. Vor allem Italien, Tschechien, Ungarn, Polen und Belgien fragten österreichische Produkte stark nach.
Der Beschäftigtenstand profitierte ebenfalls von der guten Konjunktur: die Zahl der Mitarbeiter stieg um 2,2 % auf rund 26.800.

Für die zweite Jahreshälfte sieht die Branche laut WIFO-Konjunkturumfrage die Entwicklung weiterhin positiv. Die Auftragslage ist gut, die Fertigwarenlager niedrig, die Geschäftserwartungen entsprechend zuversichtlich.

Chemische Industrie zeigt neue Ansätze für den Alleskönner Kunststoff

06.06.2018 - Veranstaltung RETHINKING PLASTICS erörtert den erfolgreichen Weg zur Kreislaufwirtschaft.

Bei der Veranstaltung „RETHINKING PLASTICS – Wie gelingt der Weg zur Kreislaufwirtschaft“ 6. Juni 2018 präsentierten Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Kunststoff auf Einladung des Fachverbandes der Chemischen Industrie ihren Umgang mit der Kunststoffstrategie der europäischen Kommission. Die Vorträge spannten den Bogen vom Rohstoff-Hersteller Borealis, weiter über den Kunststoff-Verarbeiter Greiner, zu Henkel als Abfüller in Kunststoff-Gebinde bis hin zum Recycling bei Kruschitz sowie dem Stand der Polymerforschung an der JKU Linz. In der anschließenden Podiumsdiskussion erörterten neben Firmenvertretern auch Sektionschef Holzer aus dem Nachhaltigkeitsministerium, NR Schmuckenschlager als Vorsitzender des Umweltausschusses sowie Conrad Seidl als Medienvertreter ihre Sichtweisen zur Kreislaufwirtschaft.

„Ohne Kunststoff ist ein Leben, wie wir es heute führen, nicht vorstellbar. Kunststoff hat sich im letzten Jahrhundert in vielen Lebensbereichen als die beste Materialalternative herausgestellt. Dieser Werkstoff verdient eine faire und ganzheitliche Betrachtung“, forderte Hubert Culik, Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie in seiner Begrüßungsrede.

Alle Firmenvertreter waren sich einig, mit ihrem Know-how über Materialeigenschaften viel zur Kreislaufwirtschaft beitragen zu können, betonten aber, dass für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft die gesamte Wertschöpfungskette zusammenarbeiten muss und zeigten erfolgreiche Beispiele von gelungenen Projekten.

Es reicht auch nicht, wenn die Firmen  den Gedanken der Kreislaufwirtschaft verfolgen, sondern auch Kunden und Konsumenten müssen hierfür ein Bewusstsein entwickeln, um etwa Abfüllstationen zu ermöglichen oder Produkte in Verpackungen aus Rezyklaten bewusst zu kaufen.

„Umweltschutz fängt bei uns an“

Einig waren sich alle Diskutanten und Vortragenden, dass Umweltschutz in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt. Sektionschef Holzer vom Nachhaltigkeitsministerium betonte, dass Österreich europäischer Spitzenreiter in der Abfallverwertung ist. Eine Ausrede sich auszuruhen sei das aber noch lange nicht. „Die EU hat zwar nur einen kleinen Beitrag am Marine Litter, darf das aber nicht als Grund sehen, nichts dagegen zu tun“. Gerade Maßnahmen, die das Problembewusstsein der Menschen schärfen, sollten vorrangig gesetzt werden.

Wenn wir schon recyceln können, warum wird nicht mehr Rezyklat eingesetzt?

Recycling kann nur funktionieren, wenn Qualität und Preis stimmen. Aktuell kann Rezyklat qualitativ und auch preislich oft nicht mit Neuware mithalten. Hier ist noch viel Forschung notwendig, wie sie etwa an der Johann Kepler Universität in Linz mit dem Projekt „LIT Factory“ betrieben wird. Mittels Digitalisierung sollen Daten im Produktionsprozess erhoben und ausgewertet werden, um chargenmäßig gleichbleibende Qualität von Rezyklat garantieren zu können.

Auch fehlende Lebensmittelzulassungen von Rezyklatverpackungen stellen noch eine große Hürde auf dem Weg von der linearen zur Kreislaufwirtschaft dar. Momentan ist im Wesentlichen nur PET-Rezyklat für Lebensmittelverpackungen erlaubt.

Ist Biokunststoff vielleicht die Lösung?

Nach Sektionschef Holzer muss man das Thema biogene Kunststoffe differenziert betrachten, denn wenn Rohstoffe aus Übersee kommen, ist der ökologische Fußabdruck mitunter größer als bei herkömmlichen Kunststoff. Eine weitere Problematik von Biokunststoff stellt die fälschliche Annahme dar, man könne diesen auf dem Kompost entsorgen. Denn biobasierter Kunststoff ist nicht automatisch biologisch abbaubar. Hingegen existieren auch herkömmliche Kunststoffarten, die diese Eigenschaft sehr wohl besitzen.

Warum ist die öffentliche Wahrnehmung in Hinblick auf Kunststoff so negativ?

„Kunststoffinnovationen sind für Leser nicht annähernd so spannend wie Naturkatastrophen“, ist die ernüchternde Conclusio des Journalisten Conrad Seidl vom Standard. Gerade in sozialen Netzwerken verbreiten sich Informationen besonders gut, wenn sie negative Emotionen wecken. Aber auch Qualitätsmedien können nicht an diesen Trends vorbeischreiben. In diesem Umfeld sei es auch für die Politik schwierig, nachhaltige Maßnahmen zu setzen, bedauert der Nationalratsabgeordnete Johannes Schmuckenschlager. So sehen die meisten Teilnehmer der Podiumsdiskussion auch das Einweg-Plastik-Verbot lediglich als Maßnahme zur Beruhigung, die am Ziel vorbeischießt und das Problem nicht an der Wurzel packt.

Die Unterlagen zur Veranstaltung finden Sie unter diesem Link.

Österreichische Kunststoffverarbeitung auf Wachstumskurs

Die österreichische kunststoffverarbeitende Industrie konnte im Jahr 2017 ihren Umsatz um 3,5 Prozent ausweiten. Gegenüber dem Jahr 2016 zeigt dies ein deutliches Anspringen der Konjunktur und war konform mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung.
 
„Die Branche erlebt gerade einen erfreulichen Aufwind“, kommentiert Helmut Schwarzl, Obmann der österreichischen Kunststoff verarbeitenden Industrie, die aktuellen vom Fachverband erhobenen Zahlen.
Den Produktionswert kurbelten vor allem technische Artikel und Verpackungen an, die um 6 bzw. 4,5 Prozent zulegen konnten. Bauprodukte verbesserten sich um plus 2 Prozent.
Die Ausfuhren an Kunststoffwaren liefen 2017 in etwa analog zur Produktion. Die Exporte stiegen um ca. 3 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Dem standen Einfuhren in der Höhe von 3,4 Mrd. gegenüber. Die österreichische Kunststoffverarbeitung erwirtschaftete damit einen Handelsüberschuss von rund einer halben Milliarde Euro.
Der Mitarbeiterstand konnte auf rund 27.500 Beschäftigte leicht ausgeweitet werden.
Hohe Auftragsbestände – vor allem aus dem Ausland – und niedrige Fertigwarenlager lassen aus Sicht des FCIO erwarten, dass die Kunststoffverarbeitung in Österreich auch im Jahr 2018 weiter gut laufen wird.
Die große Herausforderung der nächsten Jahre für die Kunststoff verarbeitende Industrie Österreichs werde die Umsetzung der Plastics Strategy der EU sein. „Die österreichische Kunststoffindustrie begrüßt dieses Vorhaben der Kommission, mit dem die Umweltperformance von Kunststoffen optimiert werden soll“, so Schwarzl. „Wir sehen darin die Möglichkeit, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und dabei Wettbewerbsvorteile lukrieren zu können.“ Die Branche lehne aber das damit oft einhergehende Kunststoff-Bashing ab. „Kunststoffprodukte werden hergestellt, weil sie dem Konsumenten großen Nutzen bringen, was wieder ins Bewusstsein gebracht werden muss.“
Kunststoffverpackungen etwa sorgen dafür, dass Lebensmittel länger haltbar und genießbar sind und Lebensmittelabfälle reduziert werden können. Gleichzeitig werden durch das geringe Gewicht Transportkosten deutlich reduziert. „Man darf Kunststoff nicht bloß in seiner allerletzten Lebensphase beurteilen. Bei einer gesamtheitlichen Betrachtung ergeben sich oft erhebliche Nutzeffekte, die die Belastung in einem einzelnen Aspekt bei weitem überwiegen“, so Schwarzl. Anstatt den wichtigsten Werkstoff der Welt negativ zu besetzen, gelte es, das Abfallmanagement in anderen Ländern an das in Österreich heranzuführen.

Pakt "Zero Pellet Loss"

Am 12. März 2015 haben sich 21 Unternehmen der Kunststoffbranche dazu verpflichtet, Verluste von Kunststoff-Rohstoff durch Optimierungsprozesse und breit angelegte Informationskampagnen zu minimieren. Diese Verpflichtung, die 10 Maßnahmen umfasst, wurde mit dem BMLFUW in dem Pakt "Zero Pellet Loss" besiegelt.

Kunststoffindustrie und Umweltminister starten „Zero Pellet Loss“-Initiative 

Die Kunststofffracht der Donau ist deutlich geringer als ursprünglich vermutet. Das ergab eine Studie des Umweltbundesamtes, die heute von Umweltminister Rupprechter präsentiert wurde. Im Durchschnitt gelangen in Österreich rund 5 bis 7 Kilogramm Kunststoffrohstoff aus Betrieben täglich in die Donau.

Mittels einer verbesserten Messmethode, bei der der gesamte Flussquerschnitt in Breite und Tiefe untersucht wurde, wurde ermittelt, dass Kunststoffverluste aus der Industrie (sogenannte "Kunststoffpellets") mit etwa 10 Prozent zur Kunststofffracht der Donau beitragen, 90 Prozent stammen aus nicht-industriellen Quellen, wie z.B. achtlos weggeworfenem Kunststoffmüll ("Litter"). In Summe geht die Studie von einer Menge von 40 Tonnen Kunststofffracht pro Jahr aus. 

BM Rupprechter und DI Helmut Schwarzl unterzeichnen den Zero-Pellet-Loss-Pakt  Foto: BMLFUW/Florian Köfler

BM Rupprechter und DI Helmut Schwarzl unterzeichnen den Zero-Pellet-Loss-Pakt Foto: BMLFUW/Florian Köfler

"Selbst wenn diese Menge bei jährlich in Österreich hergestellten und verarbeiteten 1,85 Millionen Tonnen einen geringen Anteil darstellt, sind auch fünf Kilogramm noch immer zu viel. Denn Kunststoff hat in der Donau nichts verloren", betont Helmut Schwarzl, Vertreter der kunststoffverarbeitenden Unternehmen im Fachverband der Chemischen Industrie der WKÖ. 

Deshalb hat die Branche gemeinsam mit dem Ministerium eine "Zero-Pellet-Loss"-Initiative ins Leben gerufen. Mit dieser Initiative, bei dem sich die teilnehmenden Firmen zur Umsetzung eines 10-Punkte-Programms verpflichten, soll der Eintrag der Kunststoffindustrie auf unter ein Kilogramm gesenkt werden. Binnen weniger Tage haben sich bereits 20 Firmen dem Pakt angeschlossen. Diese decken rund 80 Prozent der verarbeiteten Gesamtmenge ab. "Unsere Industrie ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Ich bin überzeugt, dass wir den Anteil der repräsentierten Produktionsmenge in den kommenden Wochen noch auf über 90 Prozent steigern werden", meint Schwarzl. 

Im Bereich Kosmetik wurde ebenfalls ein wichtiger Schritt gesetzt:  

 Die Unternehmen haben sich freiwillig zu einem gänzlichen Verzicht auf Mikroplastikpartikel in Kosmetikartikeln verpflichtet.  

 "Die Industrie kann das Problem nicht alleine lösen, sie ist aber entschlossen, ihren Beitrag dazu zu leisten", so Schwarzl.  

Bachelorstudium Verpackungstechnologie

Im Herbst 2015 startete das Bachelorstudium Verpackungstechnologie an der FH Campus Wien. 

Dieses für Österreich neue und einzigartige Studium wurde gemeinsam mit namhaften Unternehmen aus der Verpackungsindustrie entwickelt. Ziel ist es, eine fundierte materialübergreifende Ausbildung zu bieten, die mit einer umfassenden Wirtschaftsausbildung kombiniert wird.  

Für Berufstätige mit einer (technischen) Ausbildung auf Maturaniveau bzw. Absolventen Berufsbildender Mittlerer Schulen mit relevanter beruflicher Qualifikation stellt das Studium der Verpackungstechnologie eine hervorragende Zusatzqualifikation dar. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Bereichen Produktion, Verpackungsentwicklung und Design, Qualitätsmanagement und Management. Dieses Studium wird vom Fachverband der chemischen Industrie unterstützt. 

Die Eckdaten: 

  • Berufsbegleitendes Studium 
  • Fünf Präsenzblöcke pro Semester (jeweils Donnerstag bis Samstag ganztägig) gekoppelt mit Fernlehrelementen 
  • Praxisnahe Ausbildung mit Vortragenden aus der Wirtschaft 
  • Die Studiendauer beträgt sechs Semester 

Näheres entnehmen Sie bitte den beiliegenden Unterlagen. 

Blick hinter die Kulissen der Firma Fries

02.10.2015 - In der Sendereihe "Blickpunkt Industrie" warf Ländle TV einen Blick hinter die Kulissen der Firma Getzner Werkstoffe GmbH. 

Helmut Schwarzl neuer Obmann der kunststoffverarbeitenden Industrie

14.10.2015 - Der Geschäftsführer der Geberit Produktions GmbH & Co KG, DI Helmut Schwarzl, wurde in der konstituierenden Sitzung zum neuen Obmann der kunststoffverarbeitenden Industrie gewählt. Schwarzl folgt damit Thomas Rhomberg nach, der nach 10 Jahren engagierter Obmannschaft die Funktion in jüngere Hände gibt. 

Schwarzl übernimmt eine Branche, die sich auch in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld dynamisch entwickelt. Seit 2000 hat die kunststoffverarbeitende Industrie um 74,6 % in der Produktion und um 18 % bei der Beschäftigung zugelegt und liegt damit deutlich besser als die Industrie insgesamt (61,6 % bei der Produktion, 0,8 % bei den Mitarbeitern).  

Trotz Turbulenzen weiter Zuwachs  

Auch 2015 konnte die Kunststoffverarbeitung entgegen dem allgemeinen Trend im ersten Halbjahr die Produktion um 4,2 % ausweiten und rechnet auch für das Gesamtjahr mit einem Zuwachs. Dies trotz starker Turbulenzen bei Rohstoffpreisen und -versorgung. 

Helmut Schwarzl, der neue Obmann der kunststoffverarbeitenden Industrie (credit: felix büchle photography)

Helmut Schwarzl, der neue Obmann der kunststoffverarbeitenden Industrie (credit: felix büchle photography)

„Damit die kunststoffverarbeitende Industrie sich weiter positiv entwickeln und zum Wohlstand des Landes beitragen kann, bedarf es aber der passenden regulatorischen Rahmenbedingungen. Hier ist weniger meist mehr“, spricht sich Schwarzl für einen schlanken, effizienten Staat aus. „Wichtig ist auch ein Kunststoff-freundliches Klima in Österreich“ ergänzt Schwarzl und kündigt an sich für eine positive Wahrnehmung der Branche in Österreich einzusetzen. 

Kunststoffverarbeiter-Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tagten in Potsdam

07.09.2015 - Die Organisationen der Kunststoff verarbeitenden Industrie Deutschlands, Österreichs und der Schweiz    

haben am 27. und 28. August in Potsdam ihre diesjährige Dreiländertagung abgehalten.

Die Branchenvertreter nutzen die Tagung zu einem Gedankenaustausch zu aktuellen Themen der Branche. Im Mittelpunkt der Beratungen standen unter anderem die Rohstoffversorgung, der Umgang mit Kunststoffabfällen sowie die Auswirkung der demografischen Entwicklung auf die Versorgung der Branche mit Fachkräften.  

Als prominenten Gast konnten die Tagungsteilnehmer den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, MdL begrüßen. Der Ministerpräsident erörterte mit den Repräsentanten der Kunststoff verarbeitenden Industrie die Auswirkungen der Energiewende auf die Industrie und Aktivitäten zur Sicherung der Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern. Weiterhin besuchten die Tagungsteilnehmer den Landtag Brandenburg und wurden dort von Landtagspräsidentin Britta Stark, MdL herzlich begrüßt. Frau Stark erinnerte daran, dass einer der ersten industriell produzierten Kunststoffe, das Bakelit, seit dem Jahr 1909 in der brandenburgischen Stadt Erkner hergestellt wurde und das Land Brandenburg somit über eine historische Verbindung mit der Kunststoff-Branche verfügt. 

 

Fries Kunststofftechnik GmbH gewinnt Packaging Worldstar Preis

13.12.2016 - Nachdem sie vor wenigen Wochen zum  „Staatspreis Smart Packaging“ in der Kategorie „B2B“ nominiert worden ist, hat Fries Kunststofftechnik nun einen weiteren Erfolg zu verzeichnen.

Mit ihrer tech-rack variogrid - Mehrwegverpackung für die Industrie hat Fries auch den Worldstar 2017 der World Packaging Organisation WPO gewonnen.  

  

Wir gratulieren unserer Mitgliedsfirma! 

Der Innovation Day Kunststoff war ein voller Erfolg

09.11.2017 - Die Veranstaltung bot den Besuchern vielfältige Einblicke in die Innovationskraft der Kunststoffbranche. So begeisterte das Unternehmen Fries Kunststofftechnik mit dem Werkstückträgersystem tech-rack variogrid nicht nur das Publikum, sondern auch schon im Vorfeld die Jury beim Worldstar for Packaging Award 2017. 

Werner Gruber, Sylvia Hofinger (GF FCIO),  Helmut Schwarzl (Obmann der kunststoffverarbeitenden Industrie)

Werner Gruber, Sylvia Hofinger (GF FCIO), Helmut Schwarzl (Obmann der kunststoffverarbeitenden Industrie)

Semperit präsentierte einen Elastomerbauteil, dank dessen der Schalldruck eines vorbeifahrenden Zuges halbiert werden kann. Für wen extraterrestrische Gewächshäuser nach Zukunftsmusik klangen, der wurde eines Besseren belehrt: Ebensolche mit Platten aus dem österreichischen Werkstoff ZELLAMID® 1500 X werden im kommenden Jahr mit Tomatenpflanzen 600 Kilometer von der Erde entfernt eingesetzt. Der Rohrspezialist Poloplast zeigte, dass Rohr nicht gleich Rohr ist und zum Beispiel bei der Verbindungstechnik noch Fortschritte möglich sind. Dass man nicht immer glauben soll, dass es nicht mehr besser geht, hat auch das Unternehmen Sunpor bewiesen, das durch das Beimengen von Grafit die Dämmleistung von EPS-Kunststoffen um 25 Prozent verbessern konnte.

Borealis arbeitet an der Rezyklierbarkeit von Verpackungsmaterial und an hochwertigen Kabeln, die den Transport von erneuerbaren Energien revolutionieren sollen.  

Das Unternehmen Greiner T&I verdeutlichte die Gradwanderung zwischen innovativ und effizient, die bei Fehltritten die Zukunft einer Firma negativ beeinflussen kann. 

Für Auflockerung sorgten Werner Gruber mit seiner humorvollen Keynote und Prof. Nuno Maulide, der am Klavier faszinierende Zusammenhänge zwischen Wissenschaft, Kunststoff und Musik erläuterte. 

 

 

Hier finden Sie die Presseaussendung des FCIO.

Biokunststoffe als nachhaltige Zukunftslösung?

05.12.2017 - Wo an Kunststoffen aus biogenen Rohstoffen bereits überall geforscht wird, zeigte der dritte Stakeholderdialog Biobased Industry, der vom BMVIT in Kooperation mit dem Fachverband der Chemischen Industrie am Montag veranstaltet wurde, in beeindruckender Weise. Rotorblätter aus Hanffasern, Lignin als Polystyrolersatz, Verpackungen aus Lebensmittelabfällen, Folien aus Cellulose – den Möglichkeiten von biobasierten Kunststoffen scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Oder doch? 

„Will man auf Erdöl als Rohstoff verzichten, so kommt automatisch die Frage auf, ob es überhaupt genug Biomasse gibt, um es zu ersetzen“, erklärt Hubert Culik, Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie in seiner Eröffnungsrede. „Die höchste Wertschöpfung kann nur durch kaskadische Nutzung von biogenen Rohstoffen erzielt werden.“ So lange sich etwa Kunststoff recyceln lässt, sollte dies gemacht werden. Erst wenn es technisch nicht mehr möglich ist, das Produkt wiederzuverwerten, sollte es für die Energiegewinnung genutzt werden. 

KommR Ing. Hubert Culik, Obmann des FCIO

KommR Ing. Hubert Culik, Obmann des FCIO

Zu diesem Schluss kommt auch Johan Sanders von der Wageningen University in seiner Keynote. Er errechnete für Biomasse, die als Grundlage für chemische Bausteine diente, den zehnfachen Wert von Biomasse, die lediglich zur Energiegewinnung herangezogen wird. 

Das Argument, dass Erdöl ein wesentlich billigerer Rohstoff ist und zahlreiche Branchen darum aus wirtschaftlichen Gründen daran festhalten müssen, lässt Sanders so nicht gelten. Denn in der Rechnung muss auch der Kapitaleinsatz, der für den hohen Energiebedarf bei petrochemischen Prozessen getätigt werden muss, sowie der Verlust beim Wärmeaustausch berücksichtigt werden. In seiner ganzheitlichen Betrachtung sind bereits jetzt zahlreiche Produkte aus biobasierten Rohstoffen durchaus mit denen aus Erdöl konkurrenzfähig. 

Culik wies auch darauf hin, dass die Effizienz in der Verwendung von biogenen Rohstoffen verbessert werden muss. „So, wie man früher bei der Schlachtung eines Tieres jeden Teil als wertvoll und verwendbar betrachtet hat, so müssen wir auch heute mit der verfügbaren Biomasse umgehen.“ Sanders bestätigte diese Aussage mit der Rechnung, dass eine kleine Bioraffinierie bei der Energieerzeugung einen Wert von 45 Euro pro Tonne Biomasse ermöglicht und weitere 200 Euro pro Tonne, wenn etwa aus dem Rapsschrot Protein, Aminosäuren, Lignocellulose, Phosphor, Fasern und Tierfutter gewonnen wird.  

Doch die Verfügbarkeit des Rohstoffes ist nicht die einzige Frage, die sich Unternehmen stellen, wenn sie biogenen Kunststoff erzeugen wollen. So zeigte das Umweltbundesamt mit dem „Szenario 2050“ - einem Projekt, das sich mit der Herausforderung beschäftigt, alle Kunststoffe in der EU im Jahr 2050 biobasiert zu produzieren -, dass sich im diesem Bereich noch erheblicher Forschungsbedarf befindet. Zwar wurden für viele herkömmliche Kunststoffarten bereits Ersatzwerkstoffe auf Biobasis gefunden, die industrielle Fertigung steckt aber noch in den Kinderschuhen. 

Außerdem ist bei vielen biobasierten Kunststoffen derzeit ein Recycling technisch nicht möglich, was die kaskadische Nutzung einschränkt. 

Auch sind die Eigenschaften der neuen biogenen Kunststoffe meist nicht mit jenen ihrer Vorgänger zu vergleichen. Bettina Schrenk von greiner packaging wies darauf hin, dass biobasierte Kunststoffe nicht auf bestehenden Anlagen verarbeitet werden können und hier hohe Investitionen getätigt werden müssen. Schrenk räumte auch mit dem Irrglauben auf, dass Kunststoffe aus biogenen Rohstoffen automatisch biologisch abbaubar sind. Denn genauso wie bei Kunststoffen auf Erdölbasis entscheidet hier die chemische Zusammensetzung über diese Eigenschaft und nicht der verwendete Rohstoff. 

Die chemische Industrie versteht sich als Motor, wenn es darum geht, Strategien und Konzepte für die Produktion mit nachwachsenden Rohstoffen zu finden. Darum forscht man intensiv nach völlig neuartigen Verfahren und Materialien, die den Kunden maßgeschneiderte Produkte und Lösungen bieten und ist zuversichtlich, Lösungen für die aktuellen Fragestellungen zu finden. „Der Gesetzgeber ist hier gefragt, mit Anreizen anstatt mit gesetzlichen Vorgaben für das richtige Umfeld für weitere Innovationen und Fortschritte zu sorgen“, so Hubert Culik. 

Der Besucherrekord von 130 Teilnehmern zeigte das deutliche Interesse für das vielschichtige Thema „Biobased Industry“. An einer Weiterführung der Veranstaltung wird bereits gearbeitet. 

Staatspreis Smart Packaging geht an Greiner Packaging GmbH

13.11.2014 - Bei der diesjährigen Staatspreisverleihung (Staatspreis Smart Packaging des Wirtschafts- und Umweltministeriums) erhielt Greiner Packaging GmbH den Sonderpreis Innovation für eine Verpackung für Kontaktlinsenflüssigkeit mit darin integriertem Behälter für die Aufbewahrung und Reinigung der Kontaktlinsen. 

13.11.2014 - Bei der diesjährigen Staatspreisverleihung (Staatspreis Smart Packaging des Wirtschafts- und des Umweltministeriums) erhielt Greiner Packaging GmbH den Sonderpreis Innovation für eine Verpackung für Kontaktlinsenflüssigkeit mit darin integriertem Behälter für die Aufbewahrung und Reinigung der Kontaktlinsen. Das durchdachte Konzept – alles in einem verstaut, einfache Handhabung, bestehende Behälter können weiter verwendet werden – überzeugte die Jury voll und ganz.  

Kunststoff erwies sich damit wieder als Material mit größtem Innovationspotential. 

Blick hinter die Kulissen der Firma Getzner Werkstoffe

02.10.2015 - In der Sendereihe "Blickpunkt Industrie" warf Ländle TV einen Blick hinter die Kulissen der Firma Getzner Werkstoffe GmbH.