Die Kunststoffverarbeitung umfasst in Österreich rund 557 Betriebe (NACE 222, lt. LSE). Diese Betriebe beschäftigen rund 27.500 Mitarbeiter. Aus diesen Zahlen sieht man bereits, dass die Branche von ihrer Struktur her klein- und mittelbetrieblich ausgerichtet ist. Rund 62 % der Unternehmen beschäftigen weniger als 20 Mitarbeiter, 33 % zwischen 20 und 249 Mitarbeiter und 5 % über 250 Mitarbeiter. 

Die Zentren der Produktion liegen in Ober- und Niederösterreich. In diesen beiden Bundesländern finden sich mehr als die Hälfte der Kunststoffverarbeiter-Arbeitsplätze und wird der größte Teil des Produktionswertes erwirtschaftet.  

Alle gängigen Verfahren wie Extrusion, Spritzen, Blasen, Schäumen, GfK-Verarbeitung etc. werden als Techniken eingesetzt. Das Erzeugungsprogramm der österreichischen Kunststoffverarbeiter reicht von Folien, Rohren, Schaumstoffen, Profilen, Fenster und Türen, Fassadenelementen, Verpackungen, Möbeln und Kfz-Teilen bis hin zu Freizeit-, Sport- und Haushaltsartikeln und vielem mehr. Splittet man den Umsatz auf die einzelnen Produkthauptgruppen auf, so entfallen 36 % auf Halbzeug wie Platten, Folien, Schläuche und Profile, 19 % auf Verpackungsmittel und 14 % auf Baubedarfsartikel. 31 % sind sonstige Kunststoffwaren.  

Infolge des kleinen Inlandsmarktes ist die Branche exportorientiert. Die Exportquote der Kunststoffverarbeitungsbetriebe ist stark unterschiedlich. Manche Betriebe sind aber fast komplett auf Auslandsmärkte ausgerichtet. 

2016 wurden Kunststoffwaren (aus Erzeugung und Handel) im Wert von ca. 4 Mrd. Euro im Export abgesetzt. Der größte Handelspartner ist Deutschland, welches mit 1,4 Mrd. Euro ein Drittel aller Ausfuhren aufnimmt. Es folgen Frankreich mit 289 Mio. Euro, die Schweiz mit 260 Mio. Euro und Italien (217 Mio. Euro). An fünfter Stelle liegt Tschechien (170 Mio. Euro). Kunststoffwaren werden in alle Kontinente und fast alle Länder der Welt exportiert. In Amerika sind die USA mit 124 Mio. Euro, in Afrika Südafrika mit rd. 10 Mio. Euro, in Australien/Ozeanien Australien (17 Mio. Euro) und in Asien China (110 Mio. Euro) die wichtigsten Handelspartner.  

Bei Importen von 3,5 Mrd. Euro verzeichnet der Kunststoffwarensektor eine positive Handelsbilanz. Die wichtigsten Einfuhrpartner sind Deutschland mit 1,7 Mrd. Euro, gefolgt von Italien (252 Mio. Euro) und der Schweiz (165 Mio. Euro).