FCIO - Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs1045 Wien, Wiedner Hauptstraße 63
Tel.: 0590 900 - 3340Fax: 0590 900 - 280office@fcio.wko.at
Den Beitrag von Kunststoffen im Breiten- und Spitzensport, im Behindertensport sowie der Orthopädie und Prothetik diskutierten Fachleute anlässlich des Vierten Österreichischen Kunststofftages am 12. Mai 2009 im Haus der Wirtschaft in Wien.
In der zweiten Hälfte der 80er Jahre hat Kunststoff den Stahl als vom (Raum-)Volumen her bedeutendsten Werkstoff überflügelt. Das verwundert nicht, nachdem ja quasi in allen Lebensbereichen moderne Polymere anzutreffen sind.
Auch im Sportbereich hat sich der Kunststoff als wichtiger Werkstoff etabliert. Sportgeräte sind aus Kunststoff, in der Sportbekleidung nutzt man die Vorteile von Kunststoffen und auch in Sportstadien ist oft der Boden polymer und auch die Dachkonstruktionen, Bestuhlung und vieles mehr.
Kunststoffe werden eingesetzt, weil sie mit ihren vielfältigen Eigenschaften die Leistungsgrenzen im Sport im Vergleich zu herkömmlichen Werkstoffen weit hinausschieben. Auch ein Top-Skirennläufer hätte mit Holz- oder Metallbrettern kaum Chancen gegen einen der Letzten im Starterfeld mit modernen Kunststoffskiern.
Ein augenfälliges Beispiel für die Leistungssteigerung durch Kunststoff ist auch der Stab beim Stabhochspringen. Kunststoff erreicht hier Durchbiegungsgrade von 60-100 cm, Metallstäbe 6-20 cm. Ergebnis: Der Weltrekord wurde von 4,80 m auf 6,14 m gesteigert.
Kunststoffe schützen die Sportler. Und nicht nur Kopf, Knie und Ellbogen z.B.beim Skaten. Auch Formel 1-Fahrer verdanken ihr Leben bei manchem Crash dem Kunststoff. Wenn sie mit 200 km/h in die Reifenwände krachen, das Auto demoliert ist, sie aber ohne wesentliche Schrammen aus dem Fahrzeug steigen, so schreibt die Presse meist, dass sie dies dem „Carbonfiber“-Chassis verdanken. Der Laie denkt bei dieser Bezeichnung vielleicht nicht sofort an Kunststoff, aber es ist ein Kohlenstofffaser verstärktes Kunststoffteil, das dem Fahrer das Leben gerettet hat – womöglich aus österreichischer Produktion.
Übrigens ist auch das runde Leder heutzutage ein runder Kunststoff.
Und im Falle einer Verletzung hilft Kunststoff bei der Rehabilitation. Will man danach weiter Sport betreiben, so sind Kunststoffhilfsmittel schon so fortgeschritten, dass die behinderten Sportler schon bald den gesunden ernsthafte Konkurrenz machen werden.
Kunststoff wird der Schlüsselwerkstoff des 21. Jahrhunderts sein wird. Dies betrifft nicht nur den Sport, sondern auch die Telekommunikation, den Automobilbau, das Verpackungswesen, die Medizintechnik, dem Bausektor und vieles mehr.