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Kaum ist die Wirtschaftskrise halbwegs überwunden, sorgen nun steigende Rohstoffpreise sowie Lieferengpässe in der kunststoffverarbeitenden Industrie für Probleme.
Wie in anderen Wirtschaftszweigen hat die Rezession auch in der kunststoffverarbeitenden Industrie tiefe Spuren hinterlassen. Während nun die Nachfrage anzieht, explodieren die Vormaterialpreise für die Kunststoffverarbeitung. Polypropylen und Polystyrol verteuerten sich seit Jänner 2009 um fast zwei Drittel, Polyethylen-Blasware um beinahe 50%. Die Vormaterialien für Polyurethan-Schaumstoffe haben ebenfalls seit ihrem Tiefststand im Juni des Vorjahres um mehr als ein Drittel angezogen.
Lieferengpässe verstärken die Probleme
Der Grund für die Kostenexplosion liegt einerseits im zügigen Anstieg des Rohölpreises (vom 1. Quartal 2009 zum 1. Quartal 2010 um 72%) und in der Folge der Kunststoffrohstoff-Vormaterialien, vor allem Propylen (+ 132,6%) und Ethylen (+84,6%), andererseits auch in Verknappungen durch Wartungsarbeiten an Kunststoffproduktionsanlagen.
Bei Polyamiden zum Beispiel haben sich die Lieferzeiten von drei Wochen auf bis zu elf Wochen verlängert. Innerhalb von zwei Monaten hat sich der Preis hier um über 60% erhöht. Bei anderen Kunststoffen werden überhaupt zugesagte Lieferungen ohne Vorwarnung ausgesetzt. Zusätzlich zieht die Nachfrage aus Fernost aufgrund der dort besser laufenden Konjunktur und des niedrigen Euro-Kurses Kunststoffe aus Europa ab.
„Die Kunststoffverarbeitung ist besonders sensibel für Änderungen der Rohstoffpreise“, merkt Thomas Rhomberg, Obmann der kunststoffverarbeitenden Industrie, an. „Die Materialtangente kann bei vielen Produkten bis zu 60% ausmachen. Das muss natürlich auf die Produktpreise durchschlagen.“
Ein Ende des Kunststoffpreisanstieges ist derzeit nicht auszumachen. Für Juni haben die Kunststoffhersteller weitere Preiserhöhungen angekündigt.