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Fenstersysteme

Die in vielen Fällen klaren ökonomischen Vorteile von Kunststoffen enthalten auch ein bedeutendes Ökologie- und Nachhaltigkeitspotential. Eine gemeinsame Betrachtung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte ist grundsätzlich schwierig, da völlig verschiedene Dinge miteinander verglichen werden, die sog. monetären Systemkosten lassen sich aber recht unproblematisch in die ökologische Betrachtung integrieren. Das führt dazu, dass nicht mehr Systeme miteinander verglichen werden, die das gleiche leisten, sondern die ausgehend von einer zu garantierenden "Grundleistung" das gleiche kosten.
Einige für konkrete Produkte durchgeführte Untersuchungen bestätigen das hohe, indirekt positive ökologische Potenzial von Kunststoffprodukten.

Quelle: E. Spindler; Integration der monetären Kosten in Ökobilanzen; Z. Umweltchem. Ökotox 11(5)299-302

Indirektes ökologisches Potenzial von Kunststoffen
am Beispiel Fenstersystemen

Das System Fenster umfasst im Hinblick auf das Ziel Nachhaltigkeit neben der Herstellung und der Entsorgung auch die Nutzungsphase und die in diesem Zeitraum anfallenden Aufwendungen. Wesentliche Faktoren sind dabei Wärmeverluste (Rahmen und Glasscheiben) bzw. Wärmegewinne (Glasscheiben), die über die Heizung ausgeglichen werden müssen.
Eine Gegenüberstellung der Fenstersysteme aus den wichtigsten Werkstoffen Kunststoff, Holz und Aluminium ergibt unter nur ökologischen Gesichtspunkten leichte Vorteile für Holz- gegenüber Kunststofffenster und Nachteile für Aluminiumfenster gegenüber Holz- und Kunststofffenstern.
Für Holz- und Kunststoff-Standardfenster ergibt die Berücksichtigung der Nutzungsphase sogar positive Werte für den Gesamtenergieverbrauch und die CO2-Emissionen: Dass bedeutet, dass die Wärmegewinne während der Nutzungsphase die Wärmeverluste und die beim Herstellungsprozess verbrauchte Energie überwiegen. Was die Systemkosten betrifft, liegen Kunststofffenster deutlich am günstigsten.


Lebensweg

Standardfenster

Optimiertes Fenster
Kunststoff + Wärmeschutzglas

Kunststoff

Holz

Alu

Anschaffung

-280,0

-325,0

-473,0

-452,7

Architektenkosten

-25,0

-27,0

-42,0

-40,0

Wartungskosten*

n.n.

-275,0

n.n.

n.n.

Entsorgungskosten*

-4,0

-3,0

-2,5

-4,0

Heizgewinn/-verlust*

+0,5

+1,0

-5,1

+18,3

Barwert (€/Fenster)

308,5

602,0

522,6

478,4

*Kosten auf Barwert abgezinst, Angaben in Euro/Fenster
Quelle: E. E. Spindler; Integration der monetären Kosten in Ökobilanzen; Z. Umweltchem. Ökotox 11(5)299-301

Durch die gezielte Investition der ökonomischen "Überschüsse" in eine Systemoptimierung lassen sich positive ökologische Effekte erzielen, deren Ausmaß allfällige Nachteile, zB aus der Werkstoffherstellung, oft um ein Vielfaches übertreffen.

Eine hochentwickelte Wärmeschutzverglasung von Fenstern führt zu großen Energiegewinnen bzw. Einsparungen in Form von Heizenergie. Investiert man den ökonomischen Überschuss normaler Kunststoff-Fenster in eine derartige Schutzverglasung, so liegt der ökologische Gewinn während der Nutzungsphase um Größenordnungen über den Nachteilen aus der Werkstoffherstellung. Das gilt sogar für die CO2-Emissionen im Vergleich zu Holz, das auf der Werkstoffebene Vorteile aufweist.
Für ein Standardfenster (1,23 m x 1,48 m) lässt sich der auf diese Wiese erzielbare ökologische Gewinn mit rund 10.000 MJ und rund 600 kg CO2 beziffern.

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Dr. Johann Pummer
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