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Rohrleitungen aus Kunststoff sind leicht, flexibel und sie sind kostengünstig. Beinahe wäre man versucht zu sagen: Gut, das ist für Kunststoffprodukte selbstverständlich. Im Fall von Rohrleitungssystemen leiten sich aus diesen grundlegenden Vorteilen eine Reihe weiterer positiver Effekte ab.
Entlastung für Kommunen
Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sowie die umweltgerechte Entsorgung von Abwässern zählen zu den wesentlichen kommunalen Aufgaben. Der Bau bzw. die Sanierung der notwendigen Rohrleitungen stellt für die österreichischen Gemeinden eine hohe finanzielle Belastung dar. Der Finanzbedarf der österreichischen Gemeinden für Kanalisation und Trinkwasserversorgung liegt bei etwa 1,1 Milliarden Euro/Jahr. Verringern sich die Kosten nur um ein einziges Prozent, erspart das den Gemeinden 11 Millionen Euro/Jahr.
Beim Einsatz von Kunststoffrohren verringern sich die Kosten im Siedlungswasserbau aufgrund der meist günstigeren Materialpreise und der unkomplizierten Verlegung erheblich. Geld, das den Gemeinden für andere Aufgaben zur Verfügung steht und letztlich nicht von den Bürgern über Wasser- und Abwassergebühren aufgebracht werden muss.
Schonung für Menschen und Umwelt
Infolge des geringen Gewichtes, bei gleichzeitig guten mechanischen Eigenschaften, können Kunststoffrohre in großen Baulängen hergestellt werden. Das verschafft ihnen Vorteile auf der Baustelle und beim Verlegen. Sie benötigen, trotz der im Vergleich zu Rohren aus anderen Werkstoffen zwei- bis dreifachen Länge, keine schweren Maschinen für die Verlegung. Rohre mit kleinen Durchmessern werden in der Regel sogar mit der Hand verlegt. Das spart Treibstoff, Baukosten und schont die Umwelt. Infolge der großen Baulängen ist auch die Zahl der Rohrverbindungen, die während des Verlegens hergestellt werden müssen, vergleichsweise klein, wodurch sich sowohl bei der Verlegezeit als auch bei den Verlegekosten Einsparungen ergeben. Weniger Rohrverbindungen reduzieren selbstverständlich auch das Potential für Undichtheiten.
Sicherheit durch Dichtheit
Die Dichtheit zählt zu den wichtigsten Qualitätskriterien einer Rohrleitung, denn sie gewährleistet den Schutz von Boden und Grundwasser vor Verunreinigungen durch Abwässer, sie bewahrt Trinkwasser vor Verlusten und sie sorgt für den sicheren Transport von Produkten, Chemikalien, Betriebstoffen usw. im Bereich von Industrieanlagen. Sind Schäden an Rohrleitungen einmal aufgetreten, und das ist laut einer in Deutschland durchgeführten Untersuchung bei mindestens 20% aller Kanäle der Fall, bieten Kunststoffrohre, sogenannte In-Liner, rasche und wirtschaftliche Wege zur Sanierung. Die Kunststoffrohre werden in die schadhaften Rohre eingezogen und über ihre Außenwand vollflächig mit der Innenwand des vorhandenen Rohres verbunden. Je nach Bauart des Kanals und der Art des Schadens stehen verschiedene Arten von In-Linern zur Verfügung. Diese Sanierungsverfahren können ohne Aufgrabungsarbeiten und den damit verbundenen Kosten und Belästigungen durchgeführt werden und verlängern das Leben von Kanälen um 35 bis 50 Jahre.
Langlebigkeit durch maßgeschneiderte Qualität
Dank der Vielfalt und Vielseitigkeit von Kunststoffen lassen sich Rohrleitungen aus Kunststoff den verschiedensten Anforderungen individuell anpassen mit positiven Auswirkungen auf Lebensdauer, Wartung und Reparatur. Das beginnt bereits beim problemlosen Anpassen der Länge und Form durch einfaches Schneiden, Bohren oder Fräsen.
Mit Kunststoffen gelingt die Herstellung von besonders glatten Oberflächen. Im Fall von Rohren verhindern glatte Innenflächen selbst bei geringem Gefälle der Leitungen das Festsetzen von Ablagerungen aus Flüssigkeiten, die Schweb- und Feststoffe enthalten. Ob beim Transport von Säuren, Laugen, Lösemitteln, Ölen oder Gasen - Kunststoffrohre kennen keine Korrosion, sind überaus widerstandsfähig gegen Chemikalien und gewährleisten hohe Sicherheit und lange Lebensdauer der Leitungen. Die hohe chemische Beständigkeit von Kunststoffrohren nutzt man für spezielle Anwendungen, wie z. B. Abgasanlagen.
Bei erdverlegten Rohrleitungen sorgt schließlich die Flexibilität von Kunststoffrohren für ein besonders vorteilhaftes Verhalten. Kunststoffrohre passen sich bei Belastung und Veränderungen des umgebenden Bodenmaterials durch Verformung an. Spannungen im Rohr werden durch diese Verformung abgebaut und damit Rissbildung und in der Folge Undichtheiten vermieden.
Mehrfachnutzen durch Verwertung
Trotz einer langen Nutzungsdauer von 80 Jahren und darüber stellt sich einmal die Frage, was mit alten, ausgedienten Rohren geschieht. Die Antwort darauf ist einfach: Kunststoffrohren stehen sogar drei Verwertungswege offen: die stoffliche Verwertung durch Umschmelzen und Herstellung von Regranulat, die rohstoffliche Verwertung zu Chemierohstoffen wie z. B. Methanol und die energetische oder thermische Verwertung. Unabhängig davon welcher der drei Verwertungswege im konkreten Fall eingeschlagen wird, ist sichergestellt, dass die in den Kunststoffrohre enthaltenen Rohstoffe genutzt werden.